Professor Digitalfür StudentenAnmelden

KI-Tools im Studium: ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity, DeepL und Co.

Fachlich verantwortet von Prof. Dr. Alexander Holtermann · Stand 16.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity, DeepL, Elicit und Consensus helfen beim Verstehen, Suchen und Formulieren. Was erlaubt ist, regelt Deine Hochschule.

Das Wichtigste in Kürze

  • KI-Werkzeuge lassen sich grob einteilen: Chatbots (ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot, Le Chat), Such- und Antwortmaschinen mit Quellen (Perplexity), Recherchehelfer für Fachliteratur (Elicit, Consensus) und Sprachwerkzeuge (DeepL, DeepL Write).
  • Erlaubt ist, was Deine Hochschule, Deine Prüfungsordnung und Dein Dozent erlauben. Die Regeln unterscheiden sich stark und haben immer Vorrang vor allgemeinen Tipps.
  • Sprachmodelle können Fakten erfinden (Halluzinationen) und nennen Quellen, die es nicht gibt. Jede Angabe und jede Quelle musst Du selbst prüfen.
  • Wo KI erlaubt ist, verlangen Hochschulen meist eine Kennzeichnung, etwa in einem Hilfsmittelverzeichnis oder in der Eigenständigkeitserklärung.
  • In Professor Digital landet jede KI-Hilfe im KI-Logbuch; daraus entsteht das KI-Hilfsmittelverzeichnis im Format Deiner Hochschule.

Welche KI-Tools gibt es?

Seit dem Start von ChatGPT Ende 2022 ist eine ganze Reihe von KI-Werkzeugen entstanden, die Studenten nutzen. Die Werkzeuge unterscheiden sich darin, was sie gut können, und darin, wie zuverlässig sie Quellen angeben. Die Tabelle sortiert die bekanntesten nach Einsatzzweck. Funktionen und Bedingungen ändern sich schnell; prüf die aktuelle Version beim Anbieter.

WerkzeugAnbieterArttypische Nutzung im Studium
ChatGPTOpenAIChatbotBegriffe erklären lassen, Ideen sammeln, Feedback zu eigenem Text
ClaudeAnthropicChatbotlange Texte zusammenfassen, Argumentation prüfen, Feedback
GeminiGoogleChatbotErklärungen, Arbeit mit Google-Diensten
CopilotMicrosoftChatbot, in Office integriertHilfe in Word, PowerPoint, Excel, je nach Lizenz
Le ChatMistral (EU)ChatbotErklärungen, Feedback; Anbieter mit Sitz in der EU
PerplexityPerplexityAntwortmaschine mit Quellenlinksschneller Überblick mit Links zum Nachprüfen
ElicitElicitRecherchehelfer für FachartikelStudien zu einer Frage finden und zusammenfassen
ConsensusConsensusSuchmaschine für StudienBefundlage zu einer Ja-nein-Frage abschätzen
DeepL, DeepL WriteDeepL (EU)Übersetzung, Stilverbesserungenglische Fachtexte verstehen, eigene Formulierungen glätten

Was erlaubt sein kann — und was fast nie

Es gibt keine bundesweit einheitliche Regel. Viele Hochschulen haben Leitlinien veröffentlicht, die einzelne Prüfungsordnung oder der Dozent kann aber strenger oder großzügiger sein. Die Regeln Deiner Hochschule haben immer Vorrang. Frag im Zweifel vorher nach, schriftlich.

Als grobe Orientierung lassen sich Nutzungen nach Risiko ordnen:

Nutzunghäufig erlaubt?Hinweis
Begriffe und Methoden erklären lassen, um sie zu verstehenoft jaErklärung mit Lehrbuch abgleichen
Brainstorming zu Thema und Forschungsfrageoft ja, mit KennzeichnungEntscheidung bleibt bei Dir
Übersetzen fremdsprachiger Literatur zum eigenen Verständnisoft jazitiert wird das Original
Rechtschreibung und Grammatik prüfenoft jamanche Hochschulen verlangen auch hier Kennzeichnung
Stil eigener Absätze verbessern lassenunterschiedlichklären, ob und wie zu kennzeichnen
Ganze Abschnitte schreiben lassen und übernehmenmeist neinkann als Täuschung gelten
Quellen von der KI übernehmen, ohne sie zu prüfennie zulässigerfundene Quellen sind ein schwerer Fehler
KI in Klausuren ohne ausdrückliche ErlaubnisverbotenTäuschungsversuch

Grenzen: Halluzinationen und erfundene Quellen

Sprachmodelle erzeugen Text, der plausibel klingt. Ob er stimmt, prüfen sie nicht zuverlässig. Typische Fehler sind erfundene Fakten, falsche Zahlen und erfundene Quellen: Autor, Titel, Zeitschrift und Jahr sehen echt aus, den Artikel gibt es aber nicht. Auch Werkzeuge mit Quellenlinks wie Perplexity oder Elicit können Inhalte falsch zusammenfassen oder Aussagen einer Quelle zuordnen, die dort nicht stehen.

Daraus folgt eine einfache Regel: Zitiere nie eine Quelle, die Du nicht selbst gefunden und gelesen hast. Prüf jede Angabe in einer Datenbank, im Bibliothekskatalog oder über die DOI. Für die Suche nach echten Fachartikeln eignet sich der kostenlose Paper-Finder von Professor Digital, der in wissenschaftlichen Datenbanken sucht.

  • Quellen immer im Original prüfen, nicht nur den Titel
  • Zahlen und Definitionen mit Lehrbuch oder Studie abgleichen
  • aktuelle Ereignisse und neue Studien kennt ein Modell oft nicht oder nur teilweise
  • keine personenbezogenen Daten aus Interviews oder Unternehmen in KI-Werkzeuge eingeben, wenn das nicht erlaubt ist

Kennzeichnung: so dokumentierst Du KI-Nutzung

Wo KI erlaubt ist, verlangen Hochschulen fast immer Transparenz. Üblich sind ein Hilfsmittelverzeichnis im Anhang, eine Tabelle zur KI-Nutzung oder Angaben in der Eigenständigkeitserklärung. Darin stehen Werkzeug mit Version und Datum, Zweck, gegebenenfalls die Eingabe (Prompt) und die betroffene Stelle der Arbeit. Manche Hochschulen verlangen zusätzlich einen Export des Verlaufs.

Führe das Verzeichnis während der Arbeit, nicht erst am Ende. In Professor Digital landet jede KI-Hilfe automatisch im KI-Logbuch. Daraus erzeugst Du das KI-Hilfsmittelverzeichnis im Format Deiner Hochschule.

Sinnvoll einsetzen: KI als Lernpartner, nicht als Autor

Am meisten bringt KI dort, wo sie Dein eigenes Denken anstößt statt es zu ersetzen. So arbeitest Du sinnvoll und meist regelkonform:

  • Verstehen: Lass Dir schwierige Konzepte in mehreren Varianten erklären und prüf das Ergebnis mit dem Lehrbuch.
  • Abfragen: Lass Dir Übungsfragen zu Deinem Stoff stellen und beantworte sie selbst.
  • Feedback: Gib einen eigenen Absatz ein und frag nach Unklarheiten in der Argumentation, statt ihn umschreiben zu lassen.
  • Recherche starten: Nutze Antwortmaschinen für einen ersten Überblick und Suchbegriffe, recherchiere dann in Fachdatenbanken weiter.
  • Englisch lesen: Lass Dir schwierige Passagen übersetzen, zitiere aber immer das Original.

Datenschutz und Anbieter

Viele KI-Werkzeuge verarbeiten Eingaben auf Servern außerhalb der EU, und manche nutzen sie in der kostenlosen Version zum Training. Gib deshalb keine personenbezogenen Daten, keine unveröffentlichten Daten aus Unternehmen und keine Interviewtranskripte ein, wenn Du dafür keine Erlaubnis hast. Einige Hochschulen bieten eigene Zugänge zu KI-Werkzeugen mit Datenschutzvereinbarung an; frag im Rechenzentrum nach. Professor Digital verarbeitet KI-Anfragen bei einem Anbieter in der EU und nutzt Deine Daten nicht zum Training.

Häufige Fragen

Darf ich ChatGPT für meine Hausarbeit nutzen?

Das hängt von Deiner Hochschule und Deinem Dozenten ab. Viele erlauben Verstehen, Brainstorming und Sprachprüfung mit Kennzeichnung, aber nicht das Schreiben ganzer Abschnitte. Frag im Zweifel vorher schriftlich nach.

Welches KI-Tool ist am besten für das Studium?

Das hängt vom Zweck ab: Chatbots wie ChatGPT, Claude oder Gemini zum Erklären und für Feedback, Perplexity für einen Überblick mit Links, Elicit und Consensus für Fachartikel, DeepL für Übersetzungen.

Kann ChatGPT Quellen erfinden?

Ja. Sprachmodelle nennen manchmal Quellen, die es nicht gibt, oder ordnen Aussagen falschen Quellen zu. Prüf jede Quelle im Original, bevor Du sie zitierst.

Muss ich DeepL in der Bachelorarbeit angeben?

Viele Hochschulen verlangen, dass KI-gestützte Übersetzung und Stilverbesserung angegeben werden. Prüf die Vorgaben Deiner Hochschule und kennzeichne im Zweifel im Hilfsmittelverzeichnis.

Erkennt die Hochschule, ob ich KI benutzt habe?

Erkennungssoftware ist unzuverlässig, aber Prüfer bemerken oft Brüche im Stil, erfundene Quellen oder fehlende Tiefe. Im Kolloquium musst Du Deine Arbeit erklären können. Transparente Kennzeichnung ist der sichere Weg.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft. (2023). Stellungnahme des Präsidiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft zum Einfluss generativer Modelle für die Text- und Bilderstellung auf die Wissenschaften und das Förderhandeln der DFG. DFG.
  • Salden, P., & Leschke, J. (Hrsg.). (2023). Didaktische und rechtliche Perspektiven auf KI-gestütztes Schreiben in der Hochschulbildung. Ruhr-Universität Bochum.
  • Dokumentationen und Nutzungsbedingungen der Anbieter (OpenAI, Anthropic, Google, Microsoft, Mistral, Perplexity, Elicit, Consensus, DeepL), jeweils aktuelle Fassung.

Was an Deiner Hochschule gilt, steht in Prüfungsordnung und Leitfaden Deines Fachs — die haben immer Vorrang.

Passt dazu