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Glossar Studium

Studienbegriffe kurz und präzise erklärt: wissenschaftliches Arbeiten, Forschungsmethoden, qualitative Auswertung, Statistik, Prüfungen und Lernen.

ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWZ

A

Abduktion
Abduktion ist das Schließen auf die beste Erklärung für einen überraschenden Befund, bei dem eine neue Hypothese gebildet wird. Diese spielt in der Grounded Theory und in der rekonstruktiven Sozialforschung eine wichtige Rolle.
Abhängige Variable
Die abhängige Variable ist das Merkmal, dessen Ausprägung durch die unabhängige Variable erklärt oder beeinflusst werden soll. Beispiel: die Klausurnote in einer Studie über die Wirkung verschiedener Lernmethoden. Mehr dazu →
Abschlussnote (Gesamtnote)
Die Abschlussnote ist die Gesamtnote eines Studienabschlusses, meist ein nach ECTS-Punkten gewichteter Durchschnitt der Modulnoten einschließlich Abschlussarbeit. Die genaue Berechnung legt die Prüfungsordnung fest. Mehr dazu →
Abstract
Ein Abstract ist eine knappe, eigenständig lesbare Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Arbeit, meist 150–250 Wörter. Es nennt Fragestellung, Methode, zentrale Ergebnisse und Schlussfolgerung, damit Leser schnell entscheiden können, ob sich die ganze Arbeit lohnt. Mehr dazu →
Ähnlichkeitsbericht
Ein Ähnlichkeitsbericht (Similarity Report) zeigt, welche Stellen einer Arbeit mit Quellen in der Datenbank einer Plagiatssoftware übereinstimmen, samt Prozentwert. Der Wert allein beweist kein Plagiat; Prüfer bewerten jede Stelle einzeln. Mehr dazu →
Akkreditierung
Akkreditierung ist das Verfahren, in dem Studiengänge oder ganze Hochschulen nach festgelegten Qualitätsstandards geprüft und anerkannt werden. In Deutschland entscheidet darüber der Akkreditierungsrat.
Aktives Wiederholen (Active Recall)
Aktives Wiederholen bedeutet, Wissen ohne Vorlage aus dem Gedächtnis abzurufen, etwa durch Selbstabfrage, freies Aufschreiben oder Erklären. Es ist deutlich wirksamer als erneutes Lesen oder Markieren. Mehr dazu →
Alpha-Fehler-Kumulierung
Alpha-Fehler-Kumulierung bezeichnet den Anstieg der Wahrscheinlichkeit für mindestens einen Fehler 1. Art, wenn viele Tests an denselben Daten durchgeführt werden. Bei 10 Tests mit α = 0,05 liegt sie bereits bei rund 40 Prozent. Mehr dazu →
Alternativhypothese (H1)
Die Alternativhypothese ist die Gegenannahme zur Nullhypothese und behauptet einen Unterschied oder Zusammenhang. Diese entspricht meist der inhaltlichen Forschungshypothese und wird angenommen, wenn die Nullhypothese verworfen wird. Mehr dazu →
Anerkennung von Studienleistungen
Die Anerkennung ist die Anrechnung von Leistungen, die an einer anderen Hochschule oder im Ausland erbracht wurden. Nach der Lissabon-Konvention müssen sie anerkannt werden, sofern keine wesentlichen Unterschiede nachgewiesen werden.
Anhang
Der Anhang enthält ergänzendes Material, das für die Nachvollziehbarkeit wichtig ist, den Lesefluss aber stören würde, etwa Fragebogen, Interviewleitfaden, Transkripte oder ausführliche Tabellen. Im Text wird auf ihn verwiesen.
Ankerbeispiel
Ein Ankerbeispiel ist eine typische Textstelle aus dem Material, die eine Kategorie besonders gut veranschaulicht. Es wird im Codebuch neben der Definition aufgeführt und dient beim Codieren als Orientierung. Mehr dazu →
Anmeldung der Abschlussarbeit
Die Anmeldung der Abschlussarbeit ist der formale Antrag beim Prüfungsamt, mit dem Thema und Gutachter festgelegt werden und die Bearbeitungszeit beginnt. Ab dann läuft die in der Prüfungsordnung bestimmte Abgabefrist.
Anonymisierung
Anonymisierung ist das Verändern personenbezogener Daten, sodass Personen nicht mehr oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand identifiziert werden können. In Transkripten werden dazu Namen, Orte und Arbeitgeber ersetzt oder verallgemeinert. Mehr dazu →
ANOVA (Varianzanalyse)
Die Varianzanalyse (ANOVA) prüft, ob sich die Mittelwerte von drei oder mehr Gruppen signifikant unterscheiden, indem sie die Varianz zwischen den Gruppen mit der Varianz innerhalb der Gruppen vergleicht. Ergebnis ist ein F-Wert. Mehr dazu →
APA-Stil
Der APA-Stil ist ein verbreiteter Zitierstil der American Psychological Association, aktuell in der 7. Auflage. Er nutzt die Autor-Jahr-Zitierweise im Text, etwa (Müller, 2021, S. 14), und ein alphabetisches Literaturverzeichnis. Mehr dazu →
Arithmetisches Mittel (Mittelwert)
Das arithmetische Mittel ist die Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl. Es setzt metrische Daten voraus und reagiert empfindlich auf Ausreißer. Beispiel: Die Noten 1, 2 und 3 haben den Mittelwert 2. Mehr dazu →
ATLAS.ti
ATLAS.ti ist ein kommerzielles QDA-Programm für Windows, macOS und den Browser. Codierte Stellen heißen dort Zitate; Netzwerkansichten verbinden Codes, Zitate und Memos und eignen sich gut für die Grounded Theory. Mehr dazu →
Ausreißer
Ein Ausreißer ist ein Wert, der deutlich vom Großteil der übrigen Werte abweicht, häufig definiert als mehr als das 1,5-Fache des Interquartilsabstands außerhalb der Box. Er kann ein Messfehler oder ein echter Extremfall sein und muss begründet behandelt werden. Mehr dazu →
Auswertungseinheit
Die Auswertungseinheit legt fest, welche Textteile nacheinander ausgewertet werden, etwa jedes Interview einzeln oder das gesamte Material auf einmal. Diese gehört bei Mayring zu den vorab bestimmten Analyseeinheiten. Mehr dazu →
Axiales Codieren
Axiales Codieren ist der zweite Schritt der Grounded Theory nach Strauss und Corbin: Die Kategorien werden zueinander in Beziehung gesetzt, etwa nach Ursachen, Kontext, Strategien und Konsequenzen eines Phänomens. Mehr dazu →

B

Bachelorarbeit
Die Bachelorarbeit ist die Abschlussarbeit des Bachelorstudiums, in der eine Fragestellung in begrenzter Zeit selbstständig wissenschaftlich bearbeitet wird. Umfang und Bearbeitungszeit regelt die Prüfungsordnung, häufig sind 30–60 Seiten und 6–12 ECTS.
BAföG
BAföG ist die staatliche Studienförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Diese wird abhängig vom Einkommen der Eltern und dem eigenen Vermögen gezahlt, im Studium zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen.
Bearbeitungszeit
Die Bearbeitungszeit ist der in der Prüfungsordnung festgelegte Zeitraum zwischen Anmeldung und Abgabe einer Abschlussarbeit, im Bachelor oft acht bis zwölf Wochen. Bei triftigen Gründen ist auf Antrag eine Verlängerung möglich.
Beobachtung
Die Beobachtung ist eine Erhebungsmethode, bei der Verhalten systematisch wahrgenommen und protokolliert wird. Man unterscheidet etwa offene und verdeckte, teilnehmende und nicht teilnehmende sowie strukturierte und unstrukturierte Beobachtung. Mehr dazu →
Bestehensgrenze
Die Bestehensgrenze ist die Mindestleistung, ab der eine Prüfung als bestanden gilt. An deutschen Hochschulen ist die schlechteste bestandene Note 4,0 (ausreichend), bei Klausuren liegt die Grenze oft bei 50 Prozent der Punkte.
Betreuer
Der Betreuer begleitet eine Abschlussarbeit fachlich, bespricht Thema, Methode und Gliederung und gibt Rückmeldungen. Häufig ist er zugleich Erstgutachter, manchmal unterstützt ein wissenschaftlicher Mitarbeiter die Betreuung.
Between-Subject-Design
Beim Between-Subject-Design durchläuft jede Person nur eine Bedingung, und verschiedene Gruppen werden miteinander verglichen. Es vermeidet Übungseffekte, braucht aber mehr Versuchspersonen.
Bias (Verzerrung)
Ein Bias ist eine systematische Verzerrung von Ergebnissen, die nicht auf Zufall beruht, etwa durch eine einseitige Stichprobe, suggestive Fragen oder die Erwartungen des Forschers. Anders als Zufallsfehler gleicht er sich bei mehr Fällen nicht aus.
Bibliografie
Eine Bibliografie ist ein Verzeichnis von Literatur zu einem Thema, einer Person oder einem Fachgebiet. Im engeren Sinn wird der Begriff auch als Synonym für das Literaturverzeichnis einer Arbeit verwendet.
BibTeX
BibTeX ist ein Format und Werkzeug, mit dem LaTeX Literaturangaben aus einer .bib-Datei liest und das Verzeichnis erzeugt. Das neuere BibLaTeX bietet mehr Stile; Zotero, Citavi und JabRef können BibTeX-Dateien exportieren. Mehr dazu →
Bonferroni-Korrektur
Die Bonferroni-Korrektur ist ein Verfahren gegen Alpha-Fehler-Kumulierung: Das Signifikanzniveau wird durch die Anzahl der Tests geteilt. Bei fünf Tests gilt ein Ergebnis also erst ab p < 0,01 als signifikant. Mehr dazu →
Boolesche Operatoren
Boolesche Operatoren sind die Verknüpfungen UND, ODER und NICHT, mit denen man Suchbegriffe in Datenbanken kombiniert. „Stress UND Studium“ schränkt die Treffer ein, „Studium ODER Hochschule“ erweitert sie. Mehr dazu →
Boxplot
Ein Boxplot stellt eine Verteilung über Median, Quartile und Ausreißer grafisch dar: Die Box umfasst die mittleren 50 Prozent, der Strich darin ist der Median, und die Linien (Whisker) zeigen die übrige Streuung. Mehr dazu →
Bulimielernen
Bulimielernen bezeichnet umgangssprachlich das massive Pauken kurz vor einer Prüfung, nach der der Stoff schnell wieder vergessen wird. Es widerspricht dem Spacing-Effekt und führt kaum zu dauerhaftem Wissen. Mehr dazu →

C

ChatGPT
ChatGPT ist ein KI-Chatbot von OpenAI auf Basis großer Sprachmodelle. Studenten nutzen ihn zum Erklären von Begriffen, für Ideen oder Feedback; er kann Fakten und Quellen erfinden, und die Nutzung richtet sich nach den Regeln der Hochschule. Mehr dazu →
Chi-Quadrat-Test
Der Chi-Quadrat-Test prüft, ob zwei nominal oder ordinal skalierte Merkmale zusammenhängen, indem er beobachtete mit erwarteten Häufigkeiten einer Kreuztabelle vergleicht. Die erwarteten Häufigkeiten sollten meist mindestens 5 betragen. Mehr dazu →
Citavi
Citavi ist ein Literaturverwaltungsprogramm, das an deutschsprachigen Hochschulen sehr verbreitet ist, oft über Campuslizenzen. Die Desktop-Version läuft unter Windows; neben Quellen verwaltet es Zitate, Gedanken, Kategorien und Aufgaben. Mehr dazu →
Code (qualitative Analyse)
Ein Code ist ein Kurzbegriff, der einer Textstelle zugewiesen wird, um ihren Inhalt zu kennzeichnen. In vielen Ansätzen wird Code synonym zu Kategorie verwendet, in der Grounded Theory sind Codes eher vorläufige Konzepte. Mehr dazu →
Codebuch (Kodierleitfaden)
Ein Codebuch dokumentiert für jede Kategorie Name, Definition, Ankerbeispiel und Kodierregel. Es sorgt dafür, dass verschiedene Personen gleich codieren, und macht die Analyse nachvollziehbar. In quantitativen Studien beschreibt es die Variablen eines Datensatzes. Mehr dazu →
Codieren (Kodieren)
Codieren ist das Zuordnen von Textstellen zu Codes oder Kategorien. Es macht große Textmengen systematisch auswertbar, etwa wenn alle Interviewaussagen zu Prüfungsangst unter einer Kategorie gesammelt werden. Mehr dazu →
Cohens d
Cohens d ist eine Effektstärke für Mittelwertunterschiede zweier Gruppen: die Differenz der Mittelwerte geteilt durch die gepoolte Standardabweichung. Als Faustregel gelten 0,2 als kleiner, 0,5 als mittlerer und 0,8 als großer Effekt. Mehr dazu →
Cohens Kappa
Cohens Kappa ist ein Maß für die Übereinstimmung zweier Beurteiler bei kategorialen Urteilen, das die zufällig zu erwartende Übereinstimmung herausrechnet. Werte über 0,6 gelten meist als gut, über 0,8 als sehr gut. Mehr dazu →
Concept-Map (Begriffslandkarte)
Eine Concept-Map stellt Begriffe als Knoten und ihre Beziehungen als beschriftete Pfeile dar, etwa „verursacht“ oder „ist Teil von“. Anders als die Mind-Map zeigt sie auch Querverbindungen und eignet sich gut zum Verstehen von Zusammenhängen. Mehr dazu →
Cornell-Methode
Die Cornell-Methode ist eine Mitschrifttechnik, bei der die Seite in drei Bereiche geteilt wird: Notizen rechts, Stichworte und Fragen links und eine Zusammenfassung unten. Die linke Spalte dient später zum Selbsttest. Mehr dazu →
Cramers V
Cramers V ist ein Zusammenhangsmaß für zwei nominale Variablen auf Basis des Chi-Quadrat-Werts. Es liegt zwischen 0 (kein Zusammenhang) und 1 (perfekter Zusammenhang) und wird als Effektstärke zum Chi-Quadrat-Test berichtet. Mehr dazu →
Credit Point (Leistungspunkt)
Ein Credit Point oder Leistungspunkt ist die Einheit, in der der Arbeitsaufwand eines Moduls gemessen wird, in Deutschland meist gleichbedeutend mit einem ECTS-Punkt. Ein Bachelor umfasst je nach Dauer 180 bis 240 Leistungspunkte.
Cronbachs Alpha
Cronbachs Alpha ist ein Maß für die interne Konsistenz einer Skala, also wie gut ihre Items zusammen dasselbe Konstrukt messen. Werte ab 0,7 gelten meist als akzeptabel, ab 0,8 als gut. Es steigt auch mit der Zahl der Items. Mehr dazu →

D

Deduktion
Deduktion ist das Schließen vom Allgemeinen auf das Besondere, etwa das Ableiten einer prüfbaren Hypothese aus einer Theorie. Diese ist typisch für hypothesenprüfende, quantitative Forschung.
Deduktive Kategorienbildung
Bei der deduktiven Kategorienbildung werden die Kategorien vor der Analyse aus Theorie, Forschungsstand oder Interviewleitfaden abgeleitet und dann auf das Material angewendet. Man spricht auch von A-priori-Kategorien. Mehr dazu →
DeepL
DeepL ist ein KI-gestützter Übersetzungsdienst aus Deutschland, ergänzt um DeepL Write zur Stilverbesserung. Studenten nutzen ihn, um fremdsprachige Fachtexte zu verstehen; ob eine Kennzeichnung nötig ist, regelt die Hochschule. Mehr dazu →
Definition (wissenschaftlich)
Eine wissenschaftliche Definition legt fest, in welcher Bedeutung ein Begriff in einer Arbeit verwendet wird. Diese sollte präzise, belegt und konsistent sein, damit Leser die Argumentation nachvollziehen können.
Deskriptive Statistik
Die deskriptive (beschreibende) Statistik fasst Daten einer Stichprobe übersichtlich zusammen, etwa durch Häufigkeiten, Mittelwerte, Streuungsmaße, Tabellen und Diagramme. Diese trifft keine Aussagen über die Grundgesamtheit. Mehr dazu →
Determinationskoeffizient (R²)
Der Determinationskoeffizient R² gibt an, welcher Anteil der Varianz der abhängigen Variable durch das Regressionsmodell erklärt wird, zwischen 0 und 1. Ein R² von 0,30 bedeutet, dass 30 Prozent der Streuung erklärt werden. Mehr dazu →
Dichotome Variable
Eine dichotome Variable hat genau zwei Ausprägungen, etwa bestanden oder nicht bestanden. Als 0/1-Variable (Dummy) kodiert, kann sie auch in Regressionen verwendet werden. Mehr dazu →
Diploma Supplement
Das Diploma Supplement ist ein englischsprachiger Zusatz zum Abschlusszeugnis, der Studiengang, Inhalte, Niveau und das deutsche Hochschulsystem erklärt. Es erleichtert die internationale Anerkennung des Abschlusses.
Direktes Zitat (wörtliches Zitat)
Ein direktes Zitat ist die wortgetreue Übernahme einer Textstelle in Anführungszeichen mit genauer Quellenangabe samt Seitenzahl. Auslassungen werden mit […] markiert, eigene Ergänzungen in eckigen Klammern. Mehr dazu →
Diskursanalyse
Die Diskursanalyse untersucht, wie in Texten und Gesprächen Wissen, Bedeutungen und Machtverhältnisse sprachlich hergestellt werden. Diese fragt etwa, wie in Medien über Studiengebühren gesprochen wird.
Disputation
Eine Disputation ist die öffentliche mündliche Verteidigung einer Dissertation, bei der der Doktorand seine Thesen vorstellt und gegen Einwände der Prüfungskommission verteidigt. Diese ist Teil der Promotionsprüfung.
Dissertation
Eine Dissertation ist die schriftliche Forschungsarbeit, mit der ein Doktorgrad erworben wird. Diese muss einen eigenständigen, neuen Beitrag zum Wissensstand des Fachs leisten und wird in einer Disputation oder einem Rigorosum verteidigt.
DOI (Digital Object Identifier)
Ein DOI ist eine dauerhafte, eindeutige Kennung für ein digitales Dokument, meist einen Zeitschriftenartikel, zum Beispiel 10.1037/0003-066X.59.1.29. Über den DOI bleibt die Quelle auch dann auffindbar, wenn sich die Internetadresse ändert.
Dokumentenanalyse
Die Dokumentenanalyse ist eine Methode, bei der vorhandene Dokumente wie Protokolle, Berichte, Gesetze oder Zeitungsartikel systematisch ausgewertet werden. Diese erzeugt keine neuen Daten, sondern nutzt bereits existierendes Material.
DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)
Die DSGVO ist die seit 2018 geltende EU-Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten. Für Forschung verlangt sie eine Rechtsgrundlage wie die Einwilligung, Datensparsamkeit, Zweckbindung und sichere Speicherung. Mehr dazu →
Duales Studium
Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium mit Praxisphasen in einem Unternehmen oder einer Berufsausbildung. Die Theorie- und Praxisphasen wechseln sich ab, und das Unternehmen zahlt meist eine Vergütung.
Dummy-Variable
Eine Dummy-Variable ist eine mit 0 und 1 kodierte Variable, die eine Kategorie anzeigt. Mit mehreren Dummys lassen sich nominale Merkmale wie das Studienfach in eine Regression aufnehmen. Mehr dazu →

E

ebd. (ebenda)
Die Abkürzung „ebd.“ (ebenda) verweist in Fußnoten auf dieselbe Quelle wie die unmittelbar vorhergehende Fußnote, gegebenenfalls mit neuer Seitenzahl. In der Autor-Jahr-Zitierweise wie APA wird sie nicht verwendet.
ECTS (Europäisches Leistungspunktesystem)
ECTS ist das European Credit Transfer and Accumulation System, mit dem Studienleistungen europaweit vergleichbar gemacht werden. Ein ECTS-Punkt entspricht in Deutschland 25 bis 30 Stunden Arbeitsaufwand, ein Vollzeitsemester umfasst in der Regel 30 ECTS.
ECTS-Grade
Die ECTS-Grade ist eine relative Note, die angibt, wie man im Vergleich zu anderen Absolventen desselben Studiengangs abgeschnitten hat. Diese ergänzt die deutsche Note und wird oft als Prozentrang im Diploma Supplement ausgewiesen.
Effektstärke
Die Effektstärke ist ein standardisiertes Maß für die Größe eines Unterschieds oder Zusammenhangs, unabhängig von der Stichprobengröße. Bekannte Maße sind Cohens d, r und Eta-Quadrat. Diese zeigt, ob ein signifikantes Ergebnis auch praktisch relevant ist. Mehr dazu →
Eigenständigkeitserklärung
Die Eigenständigkeitserklärung ist eine unterschriebene Versicherung am Ende einer Arbeit, dass sie selbstständig und nur mit den angegebenen Quellen und Hilfsmitteln verfasst wurde. Viele Hochschulen verlangen darin inzwischen auch Angaben zur Nutzung von KI-Werkzeugen. Mehr dazu →
Einleitung
Die Einleitung ist das erste Kapitel einer wissenschaftlichen Arbeit. Diese führt ins Thema ein, begründet seine Relevanz, nennt Forschungsfrage und Ziel und gibt einen kurzen Überblick über den Aufbau der Arbeit.
Einseitiger Test
Ein einseitiger Test prüft eine gerichtete Hypothese und betrachtet nur Abweichungen in eine Richtung. Er hat mehr Teststärke als ein zweiseitiger Test, muss aber vorab begründet festgelegt werden. Mehr dazu →
Einwilligungserklärung (informierte Einwilligung)
Eine Einwilligungserklärung ist die dokumentierte Zustimmung einer Person zur Teilnahme an einer Studie und zur Verarbeitung ihrer Daten. Vorher muss sie verständlich über Zweck, Ablauf, Freiwilligkeit, Datenschutz und Widerrufsrecht informiert werden. Mehr dazu →
Eisenhower-Matrix
Die Eisenhower-Matrix ist eine Methode zur Priorisierung, die Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit in vier Felder einteilt: sofort erledigen, einplanen, delegieren oder streichen. Mehr dazu →
Elaboration
Elaboration ist eine Lernstrategie, bei der neues Wissen mit Vorwissen verknüpft, erklärt und mit Beispielen angereichert wird, etwa durch Warum-Fragen. Je tiefer der Stoff verarbeitet wird, desto besser bleibt er im Gedächtnis. Mehr dazu →
Empirische Forschung
Empirische Forschung gewinnt Erkenntnisse durch systematische Erhebung und Auswertung von Daten aus der Erfahrungswirklichkeit, etwa durch Befragung, Beobachtung oder Experiment. Diese unterscheidet sich damit von rein theoretischer oder literaturbasierter Arbeit.
Endgültiges Nichtbestehen
Endgültiges Nichtbestehen liegt vor, wenn eine Pflichtprüfung auch im letzten zulässigen Versuch nicht bestanden wurde. Es führt zum Verlust des Prüfungsanspruchs und meist zur Exmatrikulation aus dem Studiengang.
EndNote
EndNote ist ein kommerzielles Literaturverwaltungsprogramm von Clarivate für Windows und macOS, verbreitet in Medizin und Naturwissenschaften. Belege fügst Du über das Word-Modul Cite While You Write ein. Mehr dazu →
Erstgutachter
Der Erstgutachter ist die Person, die eine Abschlussarbeit hauptverantwortlich betreut und als erste bewertet. In der Regel ist er Professor oder habilitiert und wird vom Studenten vorgeschlagen.
et al.
Die Abkürzung „et al.“ (lateinisch et alii, und andere) ersetzt bei mehreren Autoren im Kurzbeleg die weiteren Namen. In APA 7 steht ab drei Autoren nur der erste Name mit „et al.“, etwa (Meier et al., 2022). Mehr dazu →
Eta-Quadrat
Eta-Quadrat ist eine Effektstärke für Varianzanalysen und gibt den Anteil der Gesamtvarianz an, der durch einen Faktor erklärt wird. Nach Cohen gelten 0,01 als kleiner, 0,06 als mittlerer und 0,14 als großer Effekt. Mehr dazu →
Ethikkommission
Eine Ethikkommission ist ein Gremium, das geplante Forschungsvorhaben mit Menschen auf ethische und rechtliche Unbedenklichkeit prüft. In der Medizin und Psychologie ist ihr Votum oft Pflicht, in Abschlussarbeiten je nach Hochschule. Mehr dazu →
Exakter Test nach Fisher
Der exakte Test nach Fisher prüft den Zusammenhang in einer Vierfeldertafel und wird statt des Chi-Quadrat-Tests verwendet, wenn erwartete Zellhäufigkeiten unter 5 liegen, also bei kleinen Stichproben. Mehr dazu →
Excel (Tabellenkalkulation)
Excel ist eine Tabellenkalkulation, mit der Studenten Daten erfassen, Mittelwerte und Häufigkeiten berechnen und Diagramme erstellen. Für statistische Tests mit Annahmenprüfung und Effektstärken ist ein Statistikprogramm besser geeignet. Mehr dazu →
Exmatrikulation
Die Exmatrikulation ist die Beendigung der Mitgliedschaft an einer Hochschule, etwa nach dem Abschluss, auf eigenen Antrag oder von Amts wegen, zum Beispiel bei fehlender Rückmeldung oder endgültigem Nichtbestehen.
Experiment
Ein Experiment ist ein Forschungsdesign, bei dem die unabhängige Variable gezielt verändert und die Wirkung auf die abhängige Variable gemessen wird, während Störvariablen kontrolliert werden. Mit Randomisierung erlaubt es kausale Schlüsse.
Experimentalgruppe
Die Experimentalgruppe ist die Gruppe in einem Experiment, die der untersuchten Bedingung (Treatment) ausgesetzt wird, etwa einer neuen Lernmethode. Deren Ergebnisse werden mit denen der Kontrollgruppe verglichen.
Experteninterview
Ein Experteninterview ist ein Leitfadeninterview mit Personen, die über besonderes Fach- oder Prozesswissen in einem Bereich verfügen. Im Mittelpunkt steht ihr Wissen als Funktionsträger, nicht ihre Person. Mehr dazu →
Explikation
Die Explikation ist eine Grundform der Inhaltsanalyse nach Mayring, bei der unklare Textstellen durch zusätzliches Material erläutert werden. Bei der engen Kontextanalyse zieht man den umgebenden Text heran, bei der weiten auch Material außerhalb des Textes. Mehr dazu →
Explorative Forschung
Explorative Forschung erkundet ein wenig untersuchtes Feld, um erste Erkenntnisse zu gewinnen und Hypothesen zu entwickeln, statt sie zu prüfen. Diese arbeitet meist qualitativ und mit offenen Fragestellungen.
Exposé
Ein Exposé ist ein mehrseitiger Arbeitsplan für eine Abschlussarbeit oder Dissertation. Es beschreibt Thema, Forschungsfrage, Forschungsstand, Methode, Gliederung und Zeitplan und dient als Grundlage für die Absprache mit dem Betreuer. Mehr dazu →
Externe Validität
Externe Validität ist die Verallgemeinerbarkeit von Ergebnissen auf andere Personen, Situationen und Zeitpunkte. Ein Laborexperiment mit Psychologiestudenten hat oft eine eingeschränkte externe Validität. Mehr dazu →
Exzerpt
Ein Exzerpt ist eine schriftliche Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte eines Textes im Hinblick auf eine bestimmte Fragestellung, mit Quellenangaben und Seitenzahlen. Es erleichtert später das Schreiben und Zitieren.

F

F-Wert
Der F-Wert ist die Prüfgröße der Varianzanalyse: das Verhältnis der Varianz zwischen den Gruppen zur Varianz innerhalb der Gruppen. Je größer er ist, desto eher unterscheiden sich die Gruppenmittelwerte. Mehr dazu →
f4transkript
f4transkript (und der Nachfolger f5transkript) ist ein verbreitetes Programm zum manuellen Transkribieren von Interviews mit Tastenkürzeln, Zeitmarken und verlangsamter Wiedergabe. Es stammt aus dem Umfeld der Transkriptionsregeln nach Dresing und Pehl. Mehr dazu →
Fachsemester
Fachsemester sind die Semester, die man in einem bestimmten Studiengang eingeschrieben ist. Hochschulsemester zählen dagegen alle Semester an Hochschulen insgesamt. Urlaubssemester zählen meist nicht als Fachsemester.
Faktorenanalyse
Die Faktorenanalyse ist ein Verfahren, das viele miteinander korrelierende Variablen auf wenige zugrunde liegende Faktoren zurückführt. Explorativ entdeckt sie Strukturen, konfirmatorisch prüft sie ein vorab angenommenes Modell.
Fallstudie
Eine Fallstudie untersucht einen oder wenige Fälle, etwa ein Unternehmen oder eine Schule, umfassend in ihrem realen Kontext und meist mit mehreren Datenquellen. Diese eignet sich für Wie- und Warum-Fragen. Mehr dazu →
Fallvergleich (fallübergreifende Analyse)
Beim Fallvergleich werden mehrere Fälle systematisch nebeneinandergestellt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. Oft geschieht das in einer Matrix aus Fällen und Kategorien. Mehr dazu →
Fallzusammenfassung
Eine Fallzusammenfassung ist eine knappe, an der Forschungsfrage orientierte Darstellung der wichtigsten Merkmale eines einzelnen Falls, etwa eines Interviews. Diese erleichtert den Vergleich zwischen Fällen. Mehr dazu →
Fazit
Das Fazit ist das Schlusskapitel einer wissenschaftlichen Arbeit. Es beantwortet die Forschungsfrage auf Grundlage der Ergebnisse, benennt Grenzen der Arbeit und gibt einen Ausblick auf offene Fragen, ohne neue Inhalte einzuführen.
Fehlende Werte (Missing Values)
Fehlende Werte sind Datenpunkte, die für einzelne Fälle nicht vorliegen, etwa weil eine Frage übersprungen wurde. Je nach Muster und Anteil werden Fälle ausgeschlossen oder Werte ersetzt, was zu dokumentieren ist.
Fehler 1. Art (Alpha-Fehler)
Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn die Nullhypothese verworfen wird, obwohl sie in Wahrheit zutrifft, man also einen Effekt findet, den es nicht gibt. Seine Wahrscheinlichkeit wird durch das Signifikanzniveau begrenzt. Mehr dazu →
Fehler 2. Art (Beta-Fehler)
Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn die Nullhypothese beibehalten wird, obwohl in Wahrheit ein Effekt besteht. Seine Wahrscheinlichkeit (β) sinkt mit größerer Stichprobe und größerem Effekt. Mehr dazu →
Feldbeobachtung (teilnehmende Beobachtung)
Bei der teilnehmenden Beobachtung ist der Forscher selbst Teil des beobachteten Geschehens, etwa als Praktikant in einem Team. So erhält er tiefe Einblicke, muss aber die eigene Rolle und mögliche Einflüsse reflektieren. Mehr dazu →
Feldzugang
Feldzugang bezeichnet den Weg, auf dem Forscher Zugang zu den Personen, Organisationen oder Situationen erhalten, die sie untersuchen wollen. Oft helfen Türöffner (Gatekeeper), etwa eine Führungskraft im Unternehmen.
Feynman-Methode
Die Feynman-Methode ist eine Lerntechnik, bei der man einen Stoff so einfach erklärt, als würde man ihn einem Laien beibringen. Wo die Erklärung stockt, zeigen sich Wissenslücken, die man gezielt schließt. Mehr dazu →
Fokusgruppe (Gruppendiskussion)
Eine Fokusgruppe ist eine moderierte Diskussion mit meist sechs bis zehn Personen zu einem vorgegebenen Thema. Diese macht Meinungen und deren Aushandlung in der Gruppe sichtbar, etwa zur Bewertung eines neuen Studienangebots. Mehr dazu →
Forschungsdesign
Das Forschungsdesign ist der Gesamtplan einer empirischen Untersuchung: Es legt fest, welche Daten wann, bei wem und mit welcher Methode erhoben und wie sie ausgewertet werden. Beispiele sind Querschnitt, Längsschnitt, Experiment oder Fallstudie.
Forschungsethik
Forschungsethik umfasst die moralischen Grundsätze für Forschung mit Menschen, vor allem Freiwilligkeit, informierte Einwilligung, Schadensvermeidung und Vertraulichkeit. Bei heiklen Studien prüft oft eine Ethikkommission das Vorhaben. Mehr dazu →
Forschungsfrage
Die Forschungsfrage ist die zentrale, präzise formulierte Frage, die eine wissenschaftliche Arbeit beantworten soll. Diese grenzt das Thema ein und bestimmt Methode und Aufbau, zum Beispiel: Wie beeinflusst Homeoffice die Arbeitszufriedenheit von Berufseinsteigern? Mehr dazu →
Forschungslücke
Eine Forschungslücke ist eine Frage oder ein Aspekt, den die bisherige Forschung noch nicht oder nur unzureichend untersucht hat. Wer sie im Forschungsstand nachweist, begründet die Relevanz der eigenen Arbeit. Mehr dazu →
Forschungsstand
Der Forschungsstand ist die geordnete Darstellung dessen, was die Wissenschaft zu einem Thema bereits herausgefunden hat. Er zeigt zentrale Befunde, Theorien und Kontroversen und mündet meist in die Forschungslücke.
Fragebogen
Ein Fragebogen ist ein standardisiertes Erhebungsinstrument mit festgelegten Fragen und Antwortformaten, das schriftlich oder online beantwortet wird. Gute Fragebögen sind kurz, eindeutig formuliert und vorab im Pretest geprüft. Mehr dazu →
Freiheitsgrade
Freiheitsgrade (df) geben an, wie viele Werte bei der Berechnung einer Statistik frei variieren können. Beim t-Test für eine Stichprobe sind es n − 1. Diese bestimmen die Form der Prüfverteilung und werden im Ergebnis mit angegeben. Mehr dazu →
Freiversuch
Ein Freiversuch ist ein Prüfungsversuch, der bei Nichtbestehen nicht als Fehlversuch gezählt wird, oft unter der Bedingung, dass die Prüfung zum frühestmöglichen Termin abgelegt wird. Ob und wofür es ihn gibt, regelt die Prüfungsordnung.
Fußnotenzitierweise (Deutsche Zitierweise)
Die Fußnotenzitierweise belegt Quellen in Fußnoten am Seitenende statt im Fließtext. Diese ist vor allem in Geschichts-, Rechts- und Geisteswissenschaften verbreitet und nutzt Abkürzungen wie „ebd.“ und „a. a. O.“.

G

Gelegenheitsstichprobe (Convenience Sample)
Eine Gelegenheitsstichprobe besteht aus Personen, die leicht erreichbar sind, etwa Kommilitonen oder Kontakte aus sozialen Netzwerken. Diese ist bequem, aber selten repräsentativ, was als Limitation zu nennen ist. Mehr dazu →
Generalisierung
Generalisierung ist ein Schritt der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring, bei dem Paraphrasen auf ein vorher festgelegtes, höheres Abstraktionsniveau gebracht werden. Aus „Ich lerne nachts, weil tagsüber Jobs sind“ wird etwa „Lernen wird durch Erwerbsarbeit verschoben“. Mehr dazu →
Gerichtete Hypothese
Eine gerichtete Hypothese sagt nicht nur einen Unterschied oder Zusammenhang voraus, sondern auch dessen Richtung, etwa „Gruppe A schneidet besser ab als Gruppe B“. Diese wird einseitig getestet. Mehr dazu →
Geschichtete Stichprobe
Eine geschichtete Stichprobe teilt die Grundgesamtheit zuerst in Gruppen (Schichten) wie Fachbereiche und zieht dann aus jeder Schicht eine Zufallsstichprobe. So sind wichtige Gruppen sicher ausreichend vertreten. Mehr dazu →
Geschlossene Frage
Eine geschlossene Frage gibt feste Antwortmöglichkeiten vor, etwa Ja/Nein, Mehrfachauswahl oder eine Likert-Skala. Diese ist leicht auszuwerten, schränkt aber die Antworten der Befragten ein. Mehr dazu →
Gliederung
Die Gliederung ist die hierarchisch nummerierte Struktur einer wissenschaftlichen Arbeit, die im Inhaltsverzeichnis sichtbar wird. Eine gute Gliederung folgt der Logik der Forschungsfrage, und jede Ebene hat mindestens zwei Unterpunkte.
Graue Literatur
Graue Literatur umfasst Veröffentlichungen außerhalb des Verlagswesens, etwa Forschungsberichte, Arbeitspapiere, Konferenzbeiträge, Behördendokumente oder Abschlussarbeiten. Diese ist oft aktuell, aber nicht immer begutachtet und schwerer zu finden.
Grounded Theory
Die Grounded Theory ist ein qualitativer Forschungsstil, bei dem eine Theorie schrittweise aus den Daten entwickelt wird, statt vorab Hypothesen zu prüfen. Kennzeichnend sind ständiges Vergleichen, theoretisches Sampling, Memos und mehrstufiges Codieren. Mehr dazu →
Grundgesamtheit (Population)
Die Grundgesamtheit ist die Menge aller Personen oder Objekte, über die eine Untersuchung Aussagen treffen will, etwa alle Studenten einer Hochschule im Wintersemester. Aus ihr wird die Stichprobe gezogen. Mehr dazu →
Gute wissenschaftliche Praxis
Gute wissenschaftliche Praxis bezeichnet die Regeln für redliches Forschen: ehrlicher Umgang mit Daten, saubere Dokumentation, korrektes Zitieren und Offenlegung von Interessenkonflikten. In Deutschland sind sie im Kodex der Deutschen Forschungsgemeinschaft festgehalten.
Gütekriterien
Gütekriterien sind Maßstäbe für die Qualität einer Messung oder Studie. In der quantitativen Forschung sind das vor allem Objektivität, Reliabilität und Validität, in der qualitativen Forschung etwa Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Glaubwürdigkeit. Mehr dazu →

H

Handout (Thesenpapier)
Ein Handout ist eine ein- bis zweiseitige Übersicht zu einem Vortrag mit Gliederung, Kernthesen, wichtigen Begriffen und Literatur. Ein Thesenpapier spitzt die Inhalte auf diskutierbare Behauptungen zu.
Harvard-Zitierweise (Autor-Jahr-System)
Die Harvard-Zitierweise ist ein Belegsystem, bei dem die Quelle als Kurzbeleg aus Autor, Jahr und gegebenenfalls Seite direkt im Text steht, etwa (Schulz 2019: 23). Die vollständigen Angaben folgen im Literaturverzeichnis. Mehr dazu →
Häufigkeitsverteilung
Eine Häufigkeitsverteilung gibt an, wie oft jede Ausprägung einer Variable vorkommt, absolut oder relativ in Prozent. Diese wird als Tabelle, Balkendiagramm oder Histogramm dargestellt. Mehr dazu →
Hauptkategorie
Eine Hauptkategorie ist eine übergeordnete Kategorie eines Kategoriensystems, die ein zentrales Thema bündelt, etwa „Belastungen im Studium“. Dieser sind spezifischere Unterkategorien wie „Prüfungsdruck“ oder „Finanzen“ zugeordnet. Mehr dazu →
Hauptkomponentenanalyse
Die Hauptkomponentenanalyse ist ein Verfahren zur Datenreduktion, das viele Variablen zu wenigen, unkorrelierten Komponenten zusammenfasst, die möglichst viel Varianz erklären. Diese wird oft mit der Faktorenanalyse verwechselt.
Hausarbeit
Eine Hausarbeit ist eine schriftliche Prüfungsleistung, in der ein begrenztes Thema selbstständig nach wissenschaftlichen Regeln bearbeitet wird. Üblich sind 10–20 Seiten mit Einleitung, Hauptteil, Fazit und Literaturverzeichnis.
Hermeneutik
Hermeneutik ist die Lehre vom Verstehen und Auslegen von Texten und Sinnzusammenhängen. Der hermeneutische Zirkel beschreibt, dass man das Ganze nur über die Teile und die Teile nur über das Ganze versteht.
Histogramm
Ein Histogramm ist ein Diagramm für metrische Daten, bei dem die Werte in Klassen eingeteilt und die Häufigkeiten als aneinandergrenzende Balken dargestellt werden. Es zeigt Form, Lage und Streuung einer Verteilung. Mehr dazu →
Hochschulsemester
Hochschulsemester sind alle Semester, die man insgesamt an Hochschulen eingeschrieben war, unabhängig vom Studiengang. Diese umfassen also auch Semester in früheren oder abgebrochenen Studiengängen.
Homoskedastizität
Homoskedastizität bedeutet, dass die Residuen einer Regression über alle vorhergesagten Werte hinweg gleich stark streuen. Diese ist eine Voraussetzung der linearen Regression, ihr Gegenteil heißt Heteroskedastizität. Mehr dazu →
Hypothese
Eine Hypothese ist eine aus Theorie oder Forschungsstand abgeleitete, empirisch prüfbare Vermutung über einen Zusammenhang oder Unterschied. Beispiel: Studenten, die regelmäßig wiederholen, erzielen bessere Klausurnoten als Studenten, die nur vor der Prüfung lernen. Mehr dazu →

I

Immatrikulation (Einschreibung)
Die Immatrikulation ist die Einschreibung an einer Hochschule, mit der man Mitglied der Hochschule wird und studieren darf. Dafür reicht man Zulassungsbescheid, Zeugnisse und Krankenversicherungsnachweis ein und zahlt den Semesterbeitrag.
Impact Factor
Der Impact Factor ist eine Kennzahl für Fachzeitschriften: die durchschnittliche Zahl an Zitationen, die Artikel der beiden Vorjahre im Bezugsjahr erhalten haben. Er sagt etwas über die Sichtbarkeit einer Zeitschrift aus, aber wenig über die Qualität einzelner Artikel.
Indikator
Ein Indikator ist ein direkt beobachtbares oder erfragbares Merkmal, das auf ein nicht direkt messbares Konstrukt hinweist. Die Anzahl der Fehltage kann zum Beispiel ein Indikator für Arbeitsunzufriedenheit sein. Mehr dazu →
Indirektes Zitat (sinngemäßes Zitat)
Ein indirektes Zitat gibt fremde Gedanken in eigenen Worten wieder und wird ohne Anführungszeichen, aber mit Quellenangabe belegt. In vielen Zitierstilen steht davor ein „vgl.“, in APA nicht. Mehr dazu →
Induktion
Induktion ist das Schließen vom Besonderen auf das Allgemeine, etwa das Entwickeln allgemeiner Aussagen aus einzelnen Beobachtungen oder Interviews. Diese ist typisch für explorative, qualitative Forschung.
Induktive Kategorienbildung
Bei der induktiven Kategorienbildung werden die Kategorien schrittweise direkt aus dem Material entwickelt, ohne vorher festgelegtes System. Diese eignet sich für wenig erforschte Themen und wird oft mit deduktiven Kategorien kombiniert. Mehr dazu →
Inferenzstatistik (schließende Statistik)
Die Inferenzstatistik schließt von Stichprobendaten auf die Grundgesamtheit und quantifiziert dabei die Unsicherheit. Zu ihr gehören Signifikanztests, Konfidenzintervalle und Schätzverfahren. Mehr dazu →
Inhaltsanalyse nach Kuckartz
Die Inhaltsanalyse nach Kuckartz ist eine qualitative Inhaltsanalyse in mehreren Codierdurchgängen, deren Kernform die inhaltlich strukturierende Analyse ist. Kategorien werden oft deduktiv-induktiv gebildet, und die Auswertung erfolgt fall- und kategorienbezogen. Mehr dazu →
Inhaltsanalyse nach Mayring
Die Inhaltsanalyse nach Mayring ist eine streng regelgeleitete qualitative Inhaltsanalyse mit festen Ablaufmodellen. Deren Grundformen sind Zusammenfassung, Explikation und Strukturierung, und sie legt großen Wert auf Kodierregeln und Gütekriterien. Mehr dazu →
Inhaltsvalidität
Inhaltsvalidität liegt vor, wenn die Items eines Instruments alle wichtigen Aspekte des zu messenden Merkmals abdecken. Eine Klausur ist inhaltsvalide, wenn sie den gesamten prüfungsrelevanten Stoff repräsentativ abfragt. Mehr dazu →
Intercoder-Reliabilität
Intercoder-Reliabilität ist das Ausmaß, in dem zwei oder mehr Personen dasselbe Material unabhängig voneinander gleich codieren. Diese wird über die prozentuale Übereinstimmung oder zufallskorrigiert, etwa mit Cohens Kappa, gemessen. Mehr dazu →
Interleaving (verschachteltes Lernen)
Interleaving ist eine Lernstrategie, bei der verschiedene Aufgabentypen oder Themen abwechselnd statt blockweise geübt werden. Das ist anfangs mühsamer, verbessert aber die Fähigkeit, das passende Lösungsverfahren zu erkennen. Mehr dazu →
Interne Konsistenz
Interne Konsistenz beschreibt, wie stark die Items einer Skala untereinander zusammenhängen und damit dasselbe Merkmal messen. Das gängigste Maß dafür ist Cronbachs Alpha. Mehr dazu →
Interne Validität
Interne Validität liegt vor, wenn ein beobachteter Effekt eindeutig auf die untersuchte unabhängige Variable zurückgeführt werden kann und nicht auf Störvariablen. Randomisierte Experimente haben eine hohe interne Validität. Mehr dazu →
Interquartilsabstand
Der Interquartilsabstand ist die Differenz zwischen drittem und erstem Quartil und umfasst damit die mittleren 50 Prozent der Werte. Er ist ein robustes Streuungsmaß und bestimmt die Länge der Box im Boxplot. Mehr dazu →
Intersubjektive Nachvollziehbarkeit
Intersubjektive Nachvollziehbarkeit ist ein zentrales Gütekriterium qualitativer Forschung: Andere sollen den Forschungsprozess anhand der Dokumentation von Erhebung, Auswertung und Entscheidungen nachvollziehen und bewerten können. Mehr dazu →
Intervallskala
Eine Intervallskala hat gleiche Abstände zwischen den Werten, aber keinen natürlichen Nullpunkt, etwa die Temperatur in Grad Celsius. Differenzen und Mittelwerte sind sinnvoll, Verhältnisse wie „doppelt so warm“ nicht. Mehr dazu →
Interview
Ein Interview ist eine Erhebungsmethode, bei der Informationen durch gezielte Fragen in einem Gespräch gewonnen werden. Je nach Strukturierung unterscheidet man standardisierte, teilstandardisierte (etwa Leitfadeninterview) und offene Interviews. Mehr dazu →
Interviewleitfaden
Ein Interviewleitfaden ist die strukturierte Fragensammlung für ein Leitfadeninterview, meist gegliedert in Themenblöcke mit Hauptfragen und möglichen Nachfragen. Er sichert die Vergleichbarkeit mehrerer Interviews. Mehr dazu →
Intracoder-Reliabilität
Intracoder-Reliabilität ist die Übereinstimmung einer Person mit sich selbst, wenn sie dasselbe Material nach einiger Zeit erneut codiert. Diese prüft, ob die Kategorien stabil angewendet werden. Mehr dazu →
ISBN
Die ISBN (Internationale Standardbuchnummer) ist eine 13-stellige Nummer, die ein Buch in einer bestimmten Ausgabe eindeutig kennzeichnet. Diese hilft beim Bestellen und Recherchieren, gehört aber in den meisten Zitierstilen nicht ins Literaturverzeichnis.
ISSN
Die ISSN (Internationale Standardseriennummer) ist eine achtstellige Kennung für fortlaufende Veröffentlichungen wie Zeitschriften und Schriftenreihen. Diese identifiziert die Zeitschrift als Ganzes, nicht einzelne Artikel.
Item
Ein Item ist eine einzelne Frage oder Aussage in einem Fragebogen oder Test samt Antwortformat. Mehrere Items zum selben Konstrukt bilden zusammen eine Skala. Mehr dazu →
Item-Schwierigkeit
Die Item-Schwierigkeit gibt an, wie viele Personen ein Item lösen oder ihm zustimmen, als Anteil oder Mittelwert. Sehr leichte oder sehr schwere Items unterscheiden kaum zwischen Personen.

J

JabRef
JabRef ist ein kostenloses, quelloffenes Literaturverwaltungsprogramm, das direkt mit BibTeX- und BibLaTeX-Dateien arbeitet. Es ist vor allem für Arbeiten gedacht, die mit LaTeX geschrieben werden. Mehr dazu →
jamovi
jamovi ist ein kostenloses, quelloffenes Statistikprogramm auf Basis von R mit Tabellenansicht und Menüs. Es öffnet SPSS-Dateien, lässt sich mit Modulen erweitern und gilt als einsteigerfreundliche SPSS-Alternative. Mehr dazu →
JASP
JASP ist ein kostenloses, quelloffenes Statistikprogramm der Universität Amsterdam, das auf R aufbaut. Es wird über Menüs bedient, zeigt Ergebnisse sofort als APA-Tabellen und bietet viele Tests auch in bayesianischer Form. Mehr dazu →

K

Karteikarte
Eine Karteikarte ist ein Lernmittel mit einer Frage oder einem Begriff auf der Vorderseite und der Antwort auf der Rückseite. Diese verbindet aktives Abrufen mit verteiltem Wiederholen, besonders wirksam ist eine Frage pro Karte. Mehr dazu →
Kategorie
Eine Kategorie ist in der qualitativen Analyse ein Begriff oder Thema, dem Textstellen mit gleichem Bedeutungsgehalt zugeordnet werden, etwa „Zeitdruck“. Jede Kategorie braucht eine klare Definition, damit die Zuordnung nachvollziehbar ist. Mehr dazu →
Kategoriendefinition
Die Kategoriendefinition beschreibt präzise, welche Textstellen einer Kategorie zugeordnet werden. Diese ist der Kern jedes Codebucheintrags und wird durch Ankerbeispiele und Kodierregeln ergänzt. Mehr dazu →
Kategoriensystem
Ein Kategoriensystem ist die geordnete, oft hierarchische Gesamtheit aller Kategorien und Unterkategorien einer qualitativen Analyse. Es ist das zentrale Instrument der Auswertung und wird mit Definitionen, Ankerbeispielen und Kodierregeln dokumentiert. Mehr dazu →
Kausalität
Kausalität ist ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen. Für einen Kausalschluss müssen Zusammenhang, zeitliche Abfolge und Ausschluss alternativer Erklärungen gegeben sein, was meist nur ein Experiment leistet.
Kendalls Tau
Kendalls Tau ist ein Rangkorrelationskoeffizient, der auf dem Vergleich von Wertepaaren beruht. Er eignet sich besonders für kleine Stichproben und viele gleiche Ränge (Bindungen). Mehr dazu →
Kernkategorie
Die Kernkategorie ist in der Grounded Theory die zentrale Kategorie, die das untersuchte Phänomen am besten erklärt und mit der die meisten anderen Kategorien verbunden sind. Diese bildet das Herz der entwickelten Theorie. Mehr dazu →
Klausur
Eine Klausur ist eine schriftliche Prüfung unter Aufsicht mit begrenzter Bearbeitungszeit, meist 60 bis 180 Minuten. Erlaubte Hilfsmittel legt der Prüfer fest, unerlaubte gelten als Täuschungsversuch.
Klausureinsicht
Die Klausureinsicht ist das Recht, die eigene bewertete Klausur nach der Notenbekanntgabe einzusehen und die Bewertung nachzuvollziehen. Diese ist die Grundlage, um gegebenenfalls Widerspruch einzulegen.
Klumpenstichprobe
Bei einer Klumpenstichprobe werden zufällig ganze Gruppen (Klumpen) ausgewählt, etwa Seminare oder Schulklassen, und dann alle Mitglieder dieser Gruppen untersucht. Das spart Aufwand, kann aber die Genauigkeit verringern. Mehr dazu →
Kodiereinheit
Die Kodiereinheit ist der kleinste Textbestandteil, der einer Kategorie zugeordnet werden darf, etwa ein einzelnes Wort, ein Satz oder eine Sinneinheit. Diese wird vor der Analyse festgelegt. Mehr dazu →
Kodierregel
Eine Kodierregel legt fest, wie bei Abgrenzungsproblemen zwischen ähnlichen Kategorien zu entscheiden ist. Beispiel: Aussagen über Zeitdruck in der Prüfungsphase werden „Prüfungsdruck“ zugeordnet, nicht „allgemeiner Stress“. Mehr dazu →
Kolloquium
Ein Kolloquium ist ein wissenschaftliches Gespräch. Im Prüfungskontext ist es die mündliche Verteidigung einer Abschlussarbeit, bei der man die Arbeit kurz präsentiert und Fragen der Gutachter beantwortet. Es dauert meist 30 bis 60 Minuten. Mehr dazu →
Kommunikative Validierung
Kommunikative Validierung bedeutet, Ergebnisse oder Interpretationen den Befragten erneut vorzulegen und mit ihnen zu besprechen. Stimmen sie zu, gilt das als Hinweis auf die Gültigkeit der Deutung. Mehr dazu →
Konfidenzintervall (Vertrauensintervall)
Ein Konfidenzintervall ist ein Wertebereich um einen Schätzwert, der mit einem festgelegten Vertrauensniveau, meist 95 Prozent, den wahren Wert der Grundgesamtheit enthält. Je schmaler es ist, desto genauer ist die Schätzung. Mehr dazu →
Konsensuelles Codieren
Konsensuelles Codieren bedeutet, dass zwei Personen das Material unabhängig codieren und abweichende Zuordnungen anschließend besprechen, bis sie sich einigen. Kuckartz empfiehlt es als Alternative zur reinen Kennzahl. Mehr dazu →
Konstrukt
Ein Konstrukt ist ein theoretisches, nicht direkt beobachtbares Merkmal wie Intelligenz, Motivation oder Zufriedenheit. Es wird über mehrere beobachtbare Indikatoren erschlossen und gemessen. Mehr dazu →
Konstruktvalidität
Konstruktvalidität gibt an, ob ein Instrument das zugrunde liegende theoretische Konstrukt angemessen erfasst. Diese zeigt sich etwa darin, dass ein Test mit verwandten Maßen hoch und mit unverwandten niedrig korreliert. Mehr dazu →
Kontexteinheit
Die Kontexteinheit ist der größte Textbestandteil, der unter eine Kategorie fallen kann, oder der Textrahmen, der zum Verständnis einer Stelle herangezogen werden darf, etwa der ganze Absatz oder das ganze Interview. Mehr dazu →
Kontrollgruppe
Die Kontrollgruppe ist die Gruppe in einem Experiment, die keine oder eine Standardbehandlung erhält. Der Vergleich mit der Experimentalgruppe zeigt, welcher Effekt auf die Behandlung zurückgeht.
Korrelation
Eine Korrelation beschreibt die Stärke und Richtung des Zusammenhangs zwischen zwei Variablen mit einem Wert zwischen −1 und +1. Eine Korrelation zeigt keinen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang: Korrelation ist nicht Kausalität. Mehr dazu →
Korrelationskoeffizient nach Pearson
Der Korrelationskoeffizient nach Pearson (r) misst den linearen Zusammenhang zweier metrischer Variablen. Nach Cohen gelten 0,1 als schwacher, 0,3 als mittlerer und 0,5 als starker Zusammenhang. Mehr dazu →
Kovarianz
Die Kovarianz misst, wie zwei metrische Variablen gemeinsam um ihre Mittelwerte schwanken. Positiv heißt, hohe Werte treten gemeinsam auf. Da sie von den Maßeinheiten abhängt, standardisiert man sie zur Korrelation. Mehr dazu →
Kreuztabelle (Kontingenztafel)
Eine Kreuztabelle stellt die gemeinsame Häufigkeitsverteilung zweier kategorialer Variablen dar, etwa Studienfach und Wohnform. Diese ist die Grundlage für den Chi-Quadrat-Test. Mehr dazu →
Krippendorffs Alpha
Krippendorffs Alpha ist ein Übereinstimmungsmaß für beliebig viele Codierer, verschiedene Skalenniveaus und fehlende Werte. Werte ab 0,8 gelten als zuverlässig, ab 0,667 als vorläufig akzeptabel. Mehr dazu →
Kriteriumsvalidität
Kriteriumsvalidität ist der Zusammenhang eines Messergebnisses mit einem externen Kriterium. Ein Studierfähigkeitstest ist zum Beispiel kriteriumsvalide, wenn er spätere Studiennoten gut vorhersagt. Mehr dazu →
Kruskal-Wallis-Test
Der Kruskal-Wallis-Test ist ein nichtparametrischer Test, der drei oder mehr unabhängige Gruppen anhand von Rängen vergleicht. Er ist die Alternative zur einfaktoriellen Varianzanalyse. Mehr dazu →
Kurtosis (Wölbung)
Die Kurtosis beschreibt, wie spitz oder flach eine Verteilung im Vergleich zur Normalverteilung ist und wie stark ihre Ränder besetzt sind. Die Exzess-Kurtosis ist bei Normalverteilung 0. Mehr dazu →
Kurzbeleg
Ein Kurzbeleg ist die knappe Quellenangabe im Fließtext oder in der Fußnote, etwa (Müller, 2021, S. 14). Er verweist auf den Vollbeleg im Literaturverzeichnis, wo alle bibliografischen Angaben stehen. Mehr dazu →

L

Lagemaß
Ein Lagemaß beschreibt, wo das Zentrum einer Verteilung liegt. Die wichtigsten Lagemaße sind Mittelwert, Median und Modus, die je nach Skalenniveau und Verteilung gewählt werden. Mehr dazu →
Längsschnittstudie
Eine Längsschnittstudie erhebt Daten zu mehreren Zeitpunkten, um Veränderungen und Entwicklungen zu untersuchen. Diese ist aufwendiger als eine Querschnittstudie, erlaubt aber Aussagen über zeitliche Abfolgen.
LaTeX
LaTeX ist ein Textsatzsystem, bei dem Du Text mit Befehlen auszeichnest und daraus ein PDF erzeugst. Es ist stark bei Formeln, Querverweisen und langen Dokumenten und in Mathematik, Physik und Informatik Standard. Mehr dazu →
Learning Agreement
Ein Learning Agreement ist eine Vereinbarung zwischen Student, Heimat- und Gasthochschule vor einem Auslandsaufenthalt, welche Kurse belegt und wie sie anschließend angerechnet werden. Es sichert die spätere Anerkennung ab.
Leistungsnachweis (BAföG)
Der BAföG-Leistungsnachweis ist eine Bescheinigung der Hochschule, dass man nach dem vierten Fachsemester die üblichen Leistungen erbracht hat. Ohne ihn wird die Förderung ab dem fünften Semester nicht weitergezahlt.
Leitfadeninterview
Ein Leitfadeninterview ist ein teilstandardisiertes Interview, das sich an einem vorbereiteten Fragenkatalog orientiert, aber Reihenfolge und Nachfragen flexibel lässt. Es ist die häufigste qualitative Interviewform in Abschlussarbeiten. Mehr dazu →
Leitner-System (Karteikasten)
Das Leitner-System ist eine Methode zum Lernen mit Karteikarten in mehreren Fächern: Gewusste Karten wandern ins nächste, seltener wiederholte Fach, nicht gewusste zurück ins erste. So konzentriert sich die Lernzeit auf schwierigen Stoff. Mehr dazu →
Lerngruppe
Eine Lerngruppe ist ein Zusammenschluss mehrerer Studenten zur gemeinsamen Prüfungsvorbereitung. Diese wirkt am besten mit drei bis fünf Mitgliedern, klaren Zielen und vorbereiteten Treffen, in denen man sich gegenseitig abfragt und erklärt.
Lernplan
Ein Lernplan verteilt den Prüfungsstoff auf die verfügbaren Tage bis zur Prüfung und legt Wiederholungen und Puffer fest. Er macht den Aufwand sichtbar und hilft gegen Aufschieben und Panik kurz vor der Prüfung. Mehr dazu →
Lerntypen
Lerntypen sind die verbreitete Annahme, dass Menschen besser lernen, wenn der Stoff ihrem bevorzugten Sinneskanal entspricht, etwa visuell oder auditiv. Diese Passungshypothese gilt in der Forschung als nicht belegt. Wirksam sind vor allem Abrufen und Verteilen. Mehr dazu →
Levene-Test
Der Levene-Test prüft, ob die Varianzen in zwei oder mehr Gruppen gleich sind (Varianzhomogenität). Ein signifikantes Ergebnis spricht gegen gleiche Varianzen und etwa für den Welch-Test. Mehr dazu →
Likert-Skala
Eine Likert-Skala ist ein Antwortformat, bei dem Befragte ihre Zustimmung zu Aussagen auf einer abgestuften Skala angeben, meist fünf oder sieben Stufen von „stimme gar nicht zu“ bis „stimme voll zu“. Streng genommen ist sie ordinal, wird aber oft als intervallskaliert behandelt. Mehr dazu →
Limitationen
Limitationen sind die Grenzen einer Untersuchung, etwa eine kleine Stichprobe, ein bestimmtes Erhebungsverfahren oder ein eingeschränkter Untersuchungszeitraum. Wer sie offen benennt, zeigt methodisches Bewusstsein und ordnet die Ergebnisse richtig ein.
Lineare Regression
Die lineare Regression modelliert, wie eine abhängige metrische Variable von einer oder mehreren unabhängigen Variablen abhängt, mit einer Geraden der Form y = a + b · x. Diese erlaubt Vorhersagen und die Schätzung von Einflussstärken. Mehr dazu →
Literaturverwaltungsprogramm
Ein Literaturverwaltungsprogramm speichert Quellen mit bibliografischen Angaben, fügt Belege in die Textverarbeitung ein und erstellt das Literaturverzeichnis automatisch im gewählten Zitierstil. Bekannte Beispiele sind Citavi, Zotero, EndNote, Mendeley und JabRef. Mehr dazu →
Literaturverzeichnis
Das Literaturverzeichnis ist die vollständige, nach einem Zitierstil formatierte Liste aller in der Arbeit zitierten Quellen, meist alphabetisch nach Nachnamen. Nicht zitierte, nur gelesene Quellen gehören nicht hinein. Mehr dazu →
Logistische Regression
Die logistische Regression sagt eine dichotome abhängige Variable vorher, etwa bestanden oder nicht bestanden. Deren Ergebnisse werden meist als Odds Ratios (Chancenverhältnisse) interpretiert.

M

Mann-Whitney-U-Test
Der Mann-Whitney-U-Test ist ein nichtparametrischer Test, der zwei unabhängige Gruppen anhand der Ränge ihrer Werte vergleicht. Er ist die Alternative zum t-Test für unabhängige Stichproben bei ordinalen oder nicht normalverteilten Daten. Mehr dazu →
Masterarbeit
Die Masterarbeit ist die Abschlussarbeit des Masterstudiums und verlangt eine eigenständige, methodisch fundierte Forschungsleistung. Diese umfasst meist 60–100 Seiten und 15–30 ECTS, die genauen Vorgaben stehen in der Prüfungsordnung.
MAXQDA
MAXQDA ist ein kommerzielles Programm für qualitative und Mixed-Methods-Analysen der VERBI GmbH für Windows und macOS. Im deutschsprachigen Raum ist es weit verbreitet, etwa für Inhaltsanalysen nach Kuckartz oder Mayring. Mehr dazu →
Median (Zentralwert)
Der Median ist der Wert, der in einer der Größe nach geordneten Datenreihe genau in der Mitte liegt. Je die Hälfte der Werte ist kleiner oder größer. Er ist robust gegenüber Ausreißern und ab Ordinalniveau sinnvoll. Mehr dazu →
Mediator
Ein Mediator ist eine Variable, über die eine unabhängige Variable auf eine abhängige wirkt, also ein vermittelnder Mechanismus. Beispiel: Sport verbessert die Konzentration, und die bessere Konzentration verbessert die Leistung.
Memo
Ein Memo ist eine schriftliche Notiz, die Forscher während der Analyse anlegen, um Ideen, Interpretationen, Fragen und Entscheidungen festzuhalten. Memos dokumentieren den Analyseprozess und sind in der Grounded Theory zentral. Mehr dazu →
Mendeley
Mendeley ist eine kostenlose Literaturverwaltung des Verlags Elsevier mit PDF-Leser und Anmerkungsfunktion. Belege fügst Du über das Word-Modul Mendeley Cite ein. Mehr dazu →
Merkmalsausprägung
Eine Merkmalsausprägung ist ein konkreter Wert, den eine Variable annehmen kann. Bei der Variable „Wohnform“ sind das zum Beispiel „bei den Eltern“, „WG“ und „eigene Wohnung“.
Metaanalyse
Eine Metaanalyse fasst die Ergebnisse mehrerer empirischer Studien zur selben Frage statistisch zusammen, meist über gewichtete Effektstärken. So entsteht eine genauere Gesamtschätzung als aus jeder Einzelstudie. Mehr dazu →
Metakognition
Metakognition ist das Nachdenken über das eigene Denken und Lernen, also das Planen, Überwachen und Bewerten der eigenen Lernprozesse. Wer sich regelmäßig selbst testet, erkennt besser, was er wirklich kann. Mehr dazu →
Metrische Skala (kardinal)
Metrisch oder kardinal skaliert ist eine Variable, wenn sie Intervall- oder Verhältnisskalenniveau hat, die Abstände zwischen den Werten also interpretierbar sind. Für metrische Daten sind Mittelwert und Standardabweichung sinnvoll. Mehr dazu →
Mind-Map
Eine Mind-Map ist eine grafische Darstellung eines Themas, bei der ein zentraler Begriff in der Mitte steht und Unterthemen als Äste davon ausgehen. Diese hilft beim Strukturieren, Brainstormen und Wiederholen. Mehr dazu →
Mixed Methods
Mixed Methods bezeichnet Forschungsdesigns, die quantitative und qualitative Methoden in einer Studie planvoll verbinden. Typisch sind sequenzielle Designs, etwa erst Interviews und dann ein darauf aufbauender Fragebogen, oder parallele Designs. Mehr dazu →
Moderator
Ein Moderator ist eine Variable, die Stärke oder Richtung des Zusammenhangs zwischen zwei anderen Variablen verändert. Beispiel: Der Effekt von Lernzeit auf die Note ist bei hoher Motivation stärker als bei niedriger.
Modul
Ein Modul ist eine inhaltlich und zeitlich abgeschlossene Lehreinheit aus einer oder mehreren Lehrveranstaltungen, die mit einer Prüfung abgeschlossen wird und eine festgelegte Zahl an ECTS-Punkten bringt.
Modulhandbuch
Das Modulhandbuch beschreibt alle Module eines Studiengangs mit Inhalten, Lernzielen, Lehrformen, Workload, ECTS-Punkten, Voraussetzungen und Prüfungsform. Es ist die wichtigste Quelle, um zu wissen, was in einer Prüfung verlangt wird.
Modus (Modalwert)
Der Modus ist der am häufigsten vorkommende Wert einer Verteilung. Er ist das einzige Lagemaß, das bereits für nominale Daten sinnvoll ist, etwa das häufigste Studienfach in einer Stichprobe. Mehr dazu →
Monografie
Eine Monografie ist ein Buch, das ein einzelnes Thema umfassend behandelt und von einem oder wenigen Autoren gemeinsam verfasst wurde. Im Literaturverzeichnis wird sie mit Autor, Jahr, Titel und Verlag angegeben. Mehr dazu →
Multikollinearität
Multikollinearität liegt vor, wenn unabhängige Variablen einer Regression stark miteinander korrelieren. Dadurch werden die Koeffizienten instabil und schwer interpretierbar. Ein Varianzinflationsfaktor über 10 gilt als Warnsignal. Mehr dazu →
Multiple Regression
Die multiple Regression ist eine lineare Regression mit mehreren unabhängigen Variablen. Diese zeigt den Einfluss jeder Variable bei gleichzeitiger Kontrolle der anderen, etwa von Lernzeit und Vorwissen auf die Klausurnote. Mehr dazu →
Mündliche Prüfung
Eine mündliche Prüfung ist ein Prüfungsgespräch mit einem oder mehreren Prüfern und meist einem Beisitzer, der ein Protokoll führt. Diese dauert oft 15 bis 45 Minuten und prüft neben Wissen auch das Verständnis von Zusammenhängen.

N

Nachteilsausgleich
Ein Nachteilsausgleich ist eine Anpassung der Prüfungsbedingungen für Studenten mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, etwa mehr Bearbeitungszeit oder ein separater Raum. Die Anforderungen selbst bleiben gleich. Er wird beim Prüfungsausschuss beantragt.
Narratives Interview
Ein narratives Interview ist eine offene Interviewform, bei der eine Erzählaufforderung eine längere Stegreiferzählung auslöst, etwa zur eigenen Bildungsbiografie. Nachfragen folgen erst nach der Haupterzählung.
Narratives Review
Ein narratives Review ist eine zusammenfassende Literaturübersicht ohne streng festgelegtes Such- und Auswahlverfahren. Es gibt einen guten Überblick, ist aber anfälliger für eine subjektive Auswahl als eine systematische Übersicht.
Nichtparametrischer Test (verteilungsfreier Test)
Ein nichtparametrischer Test setzt keine bestimmte Verteilung voraus und arbeitet meist mit Rängen. Er eignet sich für ordinale Daten, kleine Stichproben oder verletzte Normalverteilung, etwa der Mann-Whitney-U-Test. Mehr dazu →
Nominalskala
Eine Nominalskala ordnet Merkmale nur Kategorien ohne Rangfolge zu, etwa Studienfach oder Wohnort. Sinnvoll sind Häufigkeiten und der Modus, aber kein Mittelwert. Mehr dazu →
Normalverteilung (Gaußsche Glockenkurve)
Die Normalverteilung ist eine symmetrische, glockenförmige Wahrscheinlichkeitsverteilung, bei der Mittelwert, Median und Modus zusammenfallen. Rund 68 Prozent der Werte liegen innerhalb einer, rund 95 Prozent innerhalb von zwei Standardabweichungen um den Mittelwert. Mehr dazu →
Notenschnitt (gewichteter Durchschnitt)
Der Notenschnitt ist der Durchschnitt der Noten, an Hochschulen meist gewichtet nach ECTS-Punkten: Jede Note wird mit ihren Punkten multipliziert, die Summe durch die Gesamtpunkte geteilt. Ein Modul mit 10 ECTS zählt so doppelt so viel wie eines mit 5. Mehr dazu →
Notenskala (deutsche Hochschulnoten)
An deutschen Hochschulen werden Noten von 1,0 bis 5,0 vergeben, mit Zwischenstufen 1,3, 1,7, 2,0 und so weiter. 1,0 bis 1,5 gilt als sehr gut, bis 2,5 als gut, bis 3,5 als befriedigend, bis 4,0 als ausreichend, 5,0 als nicht bestanden. Mehr dazu →
Notenspiegel
Ein Notenspiegel ist eine Übersicht über die Verteilung der Noten in einer Prüfung, also wie viele Personen welche Note erhalten haben. Auch eine Übersicht aller eigenen bisherigen Noten wird oft so genannt.
Nullhypothese (H0)
Die Nullhypothese ist die statistische Annahme, dass kein Unterschied oder kein Zusammenhang besteht, etwa „Beide Lernmethoden führen zu gleichen Noten“. Ein Signifikanztest prüft, ob die Daten deutlich genug gegen sie sprechen. Mehr dazu →
Numerus clausus (NC)
Der Numerus clausus ist eine Zulassungsbeschränkung für Studiengänge mit mehr Bewerbern als Plätzen. Der NC-Wert ist die Abiturnote, mit der im letzten Verfahren der letzte Bewerber noch zugelassen wurde, er wird also nicht vorab festgelegt.
NVivo
NVivo ist ein kommerzielles QDA-Programm des Anbieters Lumivero für Windows und macOS. Es ist international sehr verbreitet und stark bei großen Projekten, Fallmerkmalen und Matrixauswertungen. Mehr dazu →

O

Objektivität
Objektivität ist das Gütekriterium, nach dem die Ergebnisse einer Messung unabhängig von der Person sind, die sie durchführt, auswertet und interpretiert. Standardisierte Anweisungen und Auswertungsregeln sichern sie. Mehr dazu →
Odds Ratio (Chancenverhältnis)
Die Odds Ratio ist das Verhältnis der Chancen eines Ereignisses in zwei Gruppen. Ein Wert von 2 bedeutet, dass die Chance in der einen Gruppe doppelt so hoch ist, ein Wert von 1 bedeutet keinen Unterschied.
Offene Frage
Eine offene Frage lässt die Antwort frei formulieren, ohne Vorgaben. Diese liefert reichhaltige Informationen, muss aber aufwendiger, etwa per Inhaltsanalyse, ausgewertet werden. Mehr dazu →
Offenes Codieren
Offenes Codieren ist der erste Analyseschritt der Grounded Theory: Das Material wird Zeile für Zeile aufgebrochen, und Phänomene werden mit vorläufigen Codes benannt und zu ersten Konzepten verdichtet. Mehr dazu →
Open Access
Open Access bezeichnet den freien, kostenlosen Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Internet. Beim goldenen Weg erscheint ein Werk direkt frei zugänglich, beim grünen Weg wird eine Fassung zusätzlich in einem Repositorium abgelegt.
Operationalisierung
Operationalisierung ist die Übersetzung eines theoretischen Begriffs in konkret messbare Größen. Diese legt fest, mit welchen Indikatoren, Fragen und Antwortformaten etwa „Prüfungsangst“ in einer Studie erfasst wird. Mehr dazu →
Ordinalskala
Eine Ordinalskala bringt Ausprägungen in eine Rangfolge, ohne dass die Abstände gleich groß sein müssen, etwa Schulnoten oder Bildungsabschlüsse. Sinnvoll sind Median und Rangverfahren. Mehr dazu →
Overleaf
Overleaf ist ein LaTeX-Editor im Browser, mit dem Du ohne Installation schreiben und gleichzeitig mit anderen an einem Dokument arbeiten kannst. Viele Hochschulen und Lehrstühle stellen dort Vorlagen für Abschlussarbeiten bereit. Mehr dazu →

P

p-Wert
Der p-Wert ist die Wahrscheinlichkeit, unter Gültigkeit der Nullhypothese ein mindestens so extremes Ergebnis wie das beobachtete zu erhalten. Ein kleiner p-Wert spricht gegen die Nullhypothese, sagt aber nichts über die Größe oder Bedeutung eines Effekts. Mehr dazu →
Panelstudie
Eine Panelstudie ist eine Längsschnittstudie, bei der dieselben Personen zu mehreren Zeitpunkten mit denselben Instrumenten befragt werden. So lassen sich individuelle Veränderungen nachzeichnen. Ein Problem ist die Panelmortalität, also das Ausscheiden von Teilnehmern.
Paralleltest-Reliabilität
Die Paralleltest-Reliabilität ist die Korrelation zwischen zwei gleichwertigen Testversionen, die dieselben Personen bearbeiten. Diese vermeidet Erinnerungseffekte, setzt aber wirklich gleichwertige Testformen voraus. Mehr dazu →
Parametrischer Test
Ein parametrischer Test setzt eine bestimmte Verteilung der Daten voraus, meist Normalverteilung, und arbeitet mit Parametern wie Mittelwert und Varianz. Beispiele sind t-Test und Varianzanalyse. Mehr dazu →
Paraphrase
Eine Paraphrase ist die Wiedergabe eines fremden Gedankens in eigenen Worten und eigenem Satzbau. Diese gilt als indirektes Zitat und braucht immer eine Quellenangabe, sonst liegt ein Plagiat vor. Mehr dazu →
Paraphrasierung
Paraphrasierung ist in der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring der erste Schritt: Inhaltstragende Textstellen werden in eine knappe, einheitliche Sprachform umgeschrieben und von ausschmückenden Teilen befreit. Mehr dazu →
Peer Review (Begutachtungsverfahren)
Peer Review ist das Verfahren, bei dem Fachleute ein eingereichtes Manuskript vor der Veröffentlichung prüfen. Meist geschieht das anonym (double blind), und die Gutachter empfehlen Annahme, Überarbeitung oder Ablehnung.
Perplexity
Perplexity ist eine KI-Antwortmaschine, die Fragen mit einem zusammenfassenden Text und Links zu Quellen beantwortet. Für einen ersten Überblick hilfreich, die verlinkten Quellen musst Du aber selbst prüfen. Mehr dazu →
Personenbezogene Daten
Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare Person beziehen, etwa Name, Matrikelnummer, Stimme oder eine Kombination aus Alter, Studiengang und Wohnort. Mehr dazu →
Perzentil
Ein Perzentil gibt an, unterhalb welchen Wertes ein bestimmter Prozentsatz der Daten liegt. Das 90. Perzentil einer Klausur ist zum Beispiel die Punktzahl, die 90 Prozent der Teilnehmer nicht übertroffen haben. Mehr dazu →
Pflichtmodul
Ein Pflichtmodul ist ein Modul, das alle Studenten eines Studiengangs absolvieren müssen. Wahlpflichtmodule werden dagegen aus einem festgelegten Angebot ausgewählt, Wahlmodule frei.
Plagiat
Ein Plagiat ist die Übernahme fremder Texte, Ideen, Daten oder Abbildungen ohne ausreichende Kennzeichnung der Quelle. Es gilt als schweres wissenschaftliches Fehlverhalten und kann zum Nichtbestehen oder zur Aberkennung eines Titels führen. Mehr dazu →
Pomodoro-Technik
Die Pomodoro-Technik ist eine Zeitmanagement-Methode, bei der man in Intervallen von 25 Minuten konzentriert arbeitet und danach 5 Minuten Pause macht. Nach vier Intervallen folgt eine längere Pause von 15 bis 30 Minuten. Mehr dazu →
Portfolioprüfung
Eine Portfolioprüfung besteht aus mehreren, über das Semester verteilten Teilleistungen, etwa Reflexionen, Kurztests und einer Präsentation, die zusammen eine Modulnote ergeben.
Post-hoc-Test
Ein Post-hoc-Test wird nach einer signifikanten Varianzanalyse durchgeführt, um herauszufinden, welche Gruppen sich konkret unterscheiden. Er korrigiert für mehrfaches Testen, bekannte Verfahren sind Tukey und Bonferroni. Mehr dazu →
Poweranalyse
Eine Poweranalyse berechnet vor einer Studie, wie viele Fälle nötig sind, um einen Effekt bestimmter Größe mit gewünschter Teststärke, meist 80 Prozent, bei gegebenem Signifikanzniveau zu entdecken. Mehr dazu →
Preprint
Ein Preprint ist die öffentlich zugängliche Fassung eines wissenschaftlichen Manuskripts vor oder ohne Peer Review. Preprints machen Ergebnisse schnell verfügbar, sollten aber mit Vorsicht und als solche gekennzeichnet zitiert werden.
Pretest
Ein Pretest ist ein Probelauf eines Erhebungsinstruments mit wenigen Personen aus der Zielgruppe vor der eigentlichen Erhebung. Er deckt unverständliche Fragen, fehlende Antwortoptionen und technische Fehler auf. Mehr dazu →
Primärliteratur
Primärliteratur sind die Originalquellen, die selbst Gegenstand der Untersuchung sind oder neue Forschungsergebnisse erstmals darstellen, etwa ein Roman in der Literaturwissenschaft oder eine empirische Originalstudie.
Prokrastination (Aufschieben)
Prokrastination ist das wiederholte, unnötige Aufschieben wichtiger Aufgaben trotz absehbarer Nachteile. Im Studium betrifft sie vor allem Hausarbeiten und Prüfungsvorbereitung. Ursachen sind oft Angst, Überforderung oder unklare Ziele, nicht Faulheit. Mehr dazu →
Prüfgröße (Teststatistik)
Eine Prüfgröße ist der aus den Daten berechnete Kennwert eines Signifikanztests, etwa t, F oder Chi-Quadrat. Deren Wert wird mit der Prüfverteilung unter der Nullhypothese verglichen, woraus sich der p-Wert ergibt. Mehr dazu →
Prüfungsamt
Das Prüfungsamt ist die Verwaltungsstelle einer Hochschule, die Prüfungsanmeldungen, Fristen, Noten und Zeugnisse verwaltet. Es setzt die Prüfungsordnung um, entscheidet aber nicht über inhaltliche Bewertungen.
Prüfungsangst
Prüfungsangst ist eine starke Angst vor Leistungssituationen, die sich körperlich, gedanklich und im Verhalten zeigt und die Leistung beeinträchtigen kann. Hilfreich sind gute Vorbereitung, Probeprüfungen und Entspannungstechniken, bei starker Ausprägung Beratung.
Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss ist das Gremium eines Fachbereichs, das über Prüfungsangelegenheiten entscheidet, etwa Nachteilsausgleiche, Fristverlängerungen, Anerkennungen und Widersprüche gegen Prüfungsentscheidungen.
Prüfungsleistung
Eine Prüfungsleistung ist eine benotete Leistung, die in die Modul- oder Abschlussnote eingeht, etwa Klausur, Hausarbeit, mündliche Prüfung oder Referat. Studienleistungen sind dagegen oft unbenotete Voraussetzungen.
Prüfungsordnung
Die Prüfungsordnung ist die verbindliche Satzung eines Studiengangs, die Prüfungen, Fristen, Wiederholungsmöglichkeiten, Notenberechnung und Abschlussarbeit regelt. Bei Streitfragen zu Prüfungen ist sie die maßgebliche Rechtsgrundlage.
Prüfungsunfähigkeit
Prüfungsunfähigkeit bedeutet, dass man wegen Krankheit nicht in der Lage ist, eine Prüfung abzulegen. Diese muss in der Regel unverzüglich mit einem ärztlichen Attest nachgewiesen werden, sonst gilt die Prüfung als nicht bestanden.
Pseudonymisierung
Pseudonymisierung ersetzt identifizierende Merkmale durch Kennzeichen wie „B3“, wobei eine getrennt aufbewahrte Zuordnungsliste die Rückführung erlaubt. Pseudonymisierte Daten gelten nach der DSGVO weiterhin als personenbezogen. Mehr dazu →
PSPP
PSPP ist ein kostenloses Statistikprogramm aus dem GNU-Projekt, das Oberfläche und Syntax von SPSS nachbildet. Es reicht für Grundverfahren wie deskriptive Statistik, t-Test, Chi-Quadrat und einfache Regression. Mehr dazu →
Punktschätzung
Eine Punktschätzung ist ein einzelner Wert aus der Stichprobe, der als Schätzung für einen Parameter der Grundgesamtheit dient, etwa der Stichprobenmittelwert für den wahren Mittelwert. Erst ein Konfidenzintervall zeigt, wie genau sie ist. Mehr dazu →

Q

Q-Q-Plot
Ein Q-Q-Plot vergleicht die Quantile der beobachteten Daten mit den Quantilen einer theoretischen Verteilung, meist der Normalverteilung. Liegen die Punkte nahe an der Diagonalen, sind die Daten annähernd normalverteilt. Mehr dazu →
QCAmap
QCAmap ist eine Web-Anwendung, die Philipp Mayring und Thomas Fenzl für die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring entwickelt haben. Die Anwendung führt durch induktive Kategorienbildung und deduktive Kategorienanwendung. Mehr dazu →
QDA-Software
QDA-Software (Qualitative Data Analysis) unterstützt die Auswertung qualitativer Daten wie Interviews: Textstellen codieren, Kategorien verwalten, Memos schreiben, Stellen abrufen und auszählen. Die Interpretation übernimmt sie nicht. Mehr dazu →
QualCoder
QualCoder ist ein kostenloses, quelloffenes QDA-Programm für Windows, macOS und Linux. Studenten nutzen es zum Codieren von Texten, Bildern, Audio und Video, wenn keine Lizenz für ein kommerzielles Programm vorhanden ist. Mehr dazu →
Qualitative Forschung
Qualitative Forschung untersucht Bedeutungen, Sichtweisen und Prozesse anhand offener, nicht standardisierter Daten wie Interviews, Beobachtungen oder Dokumente. Diese arbeitet mit kleinen Fallzahlen und eignet sich besonders zum Erkunden und Verstehen. Mehr dazu →
Qualitative Gütekriterien
Qualitative Gütekriterien sind Maßstäbe für die Qualität qualitativer Forschung, etwa intersubjektive Nachvollziehbarkeit, Verfahrensdokumentation, Regelgeleitetheit, kommunikative Validierung und Triangulation. Mehr dazu →
Qualitative Inhaltsanalyse
Die qualitative Inhaltsanalyse ist ein regelgeleitetes Verfahren zur systematischen Auswertung von Texten wie Interviewtranskripten, bei dem Textstellen Kategorien zugeordnet werden. Bekannte Varianten stammen von Philipp Mayring und Udo Kuckartz. Mehr dazu →
Quantitative Forschung
Quantitative Forschung erhebt standardisierte, in Zahlen messbare Daten an größeren Stichproben und wertet sie statistisch aus. Diese eignet sich zum Prüfen von Hypothesen und zum Verallgemeinern, etwa per Fragebogen oder Experiment. Mehr dazu →
Quartil
Quartile teilen eine geordnete Datenreihe in vier gleich große Teile. Unterhalb des ersten Quartils liegen 25 Prozent der Werte, das zweite Quartil ist der Median, unterhalb des dritten liegen 75 Prozent. Mehr dazu →
Quasi-Experiment
Ein Quasi-Experiment ähnelt einem Experiment, die Zuteilung zu den Gruppen erfolgt aber nicht zufällig, etwa weil bestehende Seminargruppen verglichen werden. Kausale Schlüsse sind daher nur eingeschränkt möglich.
Querschnittstudie
Eine Querschnittstudie erhebt Daten zu genau einem Zeitpunkt. Diese liefert eine Momentaufnahme und kann Zusammenhänge zeigen, aber keine Veränderungen über die Zeit oder sichere Ursache-Wirkungs-Beziehungen.
Quotenstichprobe
Eine Quotenstichprobe ist eine nicht zufällige Auswahl, bei der vorgegebene Anteile bestimmter Merkmale (Quoten) erfüllt werden müssen, etwa 50 Prozent Erstsemester. Innerhalb der Quoten wählen die Forscher die Personen frei aus. Mehr dazu →

R

R (Statistiksoftware)
R ist eine kostenlose, quelloffene Programmiersprache für Statistik und Grafiken. Mit Tausenden Zusatzpaketen kann sie praktisch jede Analyse; Auswertungen werden als Skript gespeichert und sind dadurch gut reproduzierbar. Mehr dazu →
Randomisierung
Randomisierung ist die zufällige Zuteilung von Versuchspersonen zu den Bedingungen eines Experiments. Diese verteilt bekannte und unbekannte Störvariablen gleichmäßig auf die Gruppen und ist die Voraussetzung für kausale Schlüsse.
Rangkorrelation nach Spearman
Die Rangkorrelation nach Spearman (Rho) misst den monotonen Zusammenhang zweier Variablen auf Basis ihrer Ränge. Diese eignet sich für ordinale Daten, nicht normalverteilte Daten und bei Ausreißern. Mehr dazu →
Reduktion
Reduktion ist ein Schritt der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring, bei dem bedeutungsgleiche generalisierte Aussagen gestrichen und ähnliche gebündelt werden. Aus vielen Einzelaussagen entsteht so ein kompaktes Kategoriensystem. Mehr dazu →
Referat
Ein Referat ist ein mündlicher Vortrag zu einem Thema, meist mit Präsentation und Handout, oft gefolgt von einer Diskussion. Häufig bildet es zusammen mit einer schriftlichen Ausarbeitung eine Seminarleistung.
Regelstudienzeit
Die Regelstudienzeit ist die in der Prüfungsordnung festgelegte Anzahl an Semestern, in der ein Studiengang abgeschlossen werden kann, etwa sechs oder sieben Semester im Bachelor. Diese ist unter anderem für die BAföG-Förderdauer wichtig.
Regressionskoeffizient
Ein Regressionskoeffizient (b) gibt an, um wie viele Einheiten sich die abhängige Variable verändert, wenn die unabhängige Variable um eine Einheit steigt, bei Konstanthaltung der übrigen Variablen. Standardisiert heißt er Beta. Mehr dazu →
Reliabilität (Zuverlässigkeit)
Reliabilität ist die Zuverlässigkeit einer Messung, also wie genau und frei von Zufallsfehlern ein Instrument misst. Eine reliable Waage zeigt bei wiederholtem Wiegen desselben Gegenstands dasselbe Gewicht. Mehr dazu →
Repräsentativität
Repräsentativität bedeutet, dass eine Stichprobe die Grundgesamtheit in den relevanten Merkmalen unverzerrt abbildet, sodass Ergebnisse verallgemeinert werden können. Streng erreichbar ist sie nur durch Zufallsauswahl. Mehr dazu →
Residuum
Ein Residuum ist die Differenz zwischen dem beobachteten und dem durch ein Regressionsmodell vorhergesagten Wert eines Falls. Die Analyse der Residuen dient der Prüfung von Modellvoraussetzungen. Mehr dazu →
Retest-Reliabilität
Die Retest-Reliabilität gibt an, wie stark die Ergebnisse derselben Personen bei zwei Messungen mit demselben Instrument übereinstimmen. Diese wird als Korrelation der beiden Messzeitpunkte berechnet. Mehr dazu →
RStudio
RStudio ist eine verbreitete Arbeitsoberfläche für R mit Editor, Konsole, Datenansicht und Grafikfenster. Die Oberfläche macht die Arbeit mit R für Einsteiger deutlich übersichtlicher. Mehr dazu →
Rücklaufquote
Die Rücklaufquote ist der Anteil der angeschriebenen Personen, die einen Fragebogen tatsächlich ausfüllen. Eine niedrige Rücklaufquote kann die Ergebnisse verzerren, wenn sich Antwortende systematisch von Nichtantwortenden unterscheiden.
Rückmeldung
Die Rückmeldung ist die Erklärung, das Studium im nächsten Semester fortzusetzen. Diese erfolgt meist durch fristgerechte Zahlung des Semesterbeitrags. Wer die Frist versäumt, riskiert Säumnisgebühren oder die Exmatrikulation.
Rücktritt von der Prüfung
Der Rücktritt von der Prüfung ist die Abmeldung von einer bereits angemeldeten Prüfung. Bis zu einer Frist ist er oft ohne Grund möglich, danach nur aus triftigem Grund wie Krankheit, nachgewiesen durch ein Attest, das unverzüglich einzureichen ist.

S

Sammelband (Herausgeberwerk)
Ein Sammelband ist ein Buch mit Beiträgen verschiedener Autoren, das von einem oder mehreren Herausgebern zusammengestellt wird. Zitiert wird in der Regel der einzelne Beitrag mit Angabe des Sammelbands und der Seitenzahlen. Mehr dazu →
Sampling
Sampling ist die Auswahl der Fälle, die in eine Untersuchung einbezogen werden. In der qualitativen Forschung erfolgt sie meist bewusst nach inhaltlichen Kriterien, in der quantitativen idealerweise zufällig. Mehr dazu →
Scheinkorrelation
Eine Scheinkorrelation ist ein statistischer Zusammenhang zweier Variablen, der nicht kausal ist, sondern durch eine dritte Variable entsteht. Klassisches Beispiel: Störche und Geburten korrelieren, weil beide in ländlichen Regionen häufiger sind. Mehr dazu →
Schiefe
Die Schiefe beschreibt die Asymmetrie einer Verteilung. Bei rechtsschiefer (linkssteiler) Verteilung ziehen wenige hohe Werte den Mittelwert über den Median, etwa beim Einkommen. Eine symmetrische Verteilung hat die Schiefe 0. Mehr dazu →
Schneeballprinzip (Literaturrecherche)
Das Schneeballprinzip ist eine Recherchetechnik, bei der man ausgehend von einer guten Quelle deren Literaturverzeichnis auswertet (rückwärts) oder spätere Werke sucht, die sie zitieren (vorwärts). So wächst die Literaturbasis schnell.
Schneeballverfahren
Das Schneeballverfahren ist ein Auswahlverfahren, bei dem befragte Personen weitere passende Personen aus ihrem Umfeld vermitteln. Es eignet sich für schwer erreichbare Gruppen, führt aber zu einer nicht zufälligen Stichprobe. Mehr dazu →
Sekundäranalyse
Eine Sekundäranalyse ist die erneute Auswertung bereits vorhandener Daten, die ursprünglich für einen anderen Zweck erhoben wurden, etwa Daten großer Panelstudien. Diese spart Erhebungsaufwand, bindet aber an die vorhandenen Variablen.
Sekundärliteratur
Sekundärliteratur ist Literatur über Primärquellen, also Darstellungen, Interpretationen und Zusammenfassungen anderer Werke. Dazu gehören Lehrbücher, Übersichtsartikel und Kommentare.
Sekundärzitat
Ein Sekundärzitat ist ein Zitat, das nicht aus der Originalquelle, sondern aus einer anderen Quelle übernommen wird, die es bereits zitiert. Es ist nur erlaubt, wenn das Original nicht zugänglich ist, und wird mit „zitiert nach“ gekennzeichnet.
Selbstplagiat
Ein Selbstplagiat liegt vor, wenn man eigene, bereits bewertete oder veröffentlichte Texte erneut als neue Leistung einreicht, ohne darauf hinzuweisen. Hochschulen behandeln das in der Regel wie ein Plagiat. Mehr dazu →
Selektionsbias
Ein Selektionsbias entsteht, wenn sich die untersuchten Personen systematisch von der Grundgesamtheit unterscheiden, etwa weil an einer freiwilligen Umfrage zur Studienzufriedenheit vor allem besonders Unzufriedene teilnehmen.
Selektives Codieren
Selektives Codieren ist der letzte Schritt der Grounded Theory: Eine Kernkategorie wird bestimmt, um die herum alle anderen Kategorien zu einer stimmigen Theorie integriert werden. Mehr dazu →
Semester
Ein Semester ist ein Studienhalbjahr aus Vorlesungszeit und vorlesungsfreier Zeit. An Universitäten beginnt das Wintersemester meist im Oktober und das Sommersemester im April, an Fachhochschulen oft einen Monat früher.
Semesterbeitrag
Der Semesterbeitrag ist die Gebühr, die jedes Semester bei Einschreibung oder Rückmeldung fällig wird. Er setzt sich meist aus Beiträgen für Studentenwerk, Studentenschaft und oft das Semesterticket sowie einem Verwaltungskostenbeitrag zusammen.
Semesterwochenstunden (SWS)
Semesterwochenstunden geben an, wie viele Stunden pro Woche eine Lehrveranstaltung während der Vorlesungszeit stattfindet. Eine SWS entspricht meist 45 Minuten. Eine Vorlesung mit 2 SWS findet also wöchentlich 90 Minuten statt.
Seminar
Ein Seminar ist eine Lehrveranstaltung in kleiner Gruppe, in der Themen gemeinsam erarbeitet und diskutiert werden. Typische Prüfungsleistungen sind Referat und Hausarbeit.
Shapiro-Wilk-Test
Der Shapiro-Wilk-Test prüft, ob Daten signifikant von einer Normalverteilung abweichen. Ein p-Wert unter 0,05 spricht gegen Normalverteilung. Bei großen Stichproben wird er schon bei kleinen Abweichungen signifikant. Mehr dazu →
Signifikanzniveau (Alpha)
Das Signifikanzniveau ist die vorab festgelegte Wahrscheinlichkeit, mit der man einen Fehler 1. Art in Kauf nimmt, meist 5 Prozent (α = 0,05). Liegt der p-Wert darunter, gilt das Ergebnis als statistisch signifikant. Mehr dazu →
Signifikanztest (Hypothesentest)
Ein Signifikanztest ist ein statistisches Verfahren, das prüft, ob ein beobachteter Unterschied oder Zusammenhang wahrscheinlich nur durch Zufall entstanden ist. Ergebnis ist ein p-Wert, der mit dem Signifikanzniveau verglichen wird. Mehr dazu →
Skala (Messinstrument)
Eine Skala ist ein Satz von Items, die gemeinsam ein Konstrukt messen und zu einem Skalenwert zusammengefasst werden, meist als Summe oder Mittelwert. Deren Güte prüft man etwa mit Cronbachs Alpha. Mehr dazu →
Skalenniveau
Das Skalenniveau beschreibt, welche Informationen die Werte einer Variable enthalten und welche Rechenoperationen sinnvoll sind. Man unterscheidet nominal, ordinal, intervall- und verhältnisskaliert. Es bestimmt, welche statistischen Verfahren erlaubt sind. Mehr dazu →
Soziale Erwünschtheit
Soziale Erwünschtheit ist die Neigung von Befragten, so zu antworten, wie es gesellschaftlich akzeptiert erscheint, statt ehrlich. Diese verzerrt vor allem Fragen zu heiklen Themen, etwa Alkoholkonsum oder Lernzeit.
Spaced Repetition (verteilte Wiederholung)
Spaced Repetition ist eine Lernmethode, bei der Stoff in wachsenden Abständen wiederholt wird, kurz bevor er vergessen würde. Diese nutzt den Spacing-Effekt und gehört zu den wirksamsten Methoden für langfristiges Behalten. Mehr dazu →
Spacing-Effekt
Der Spacing-Effekt beschreibt, dass auf mehrere Termine verteiltes Lernen zu besserem Langzeitbehalten führt als dieselbe Lernzeit am Stück. Drei Lerneinheiten über eine Woche wirken also besser als eine lange Nacht vor der Prüfung. Mehr dazu →
Spannweite (Range)
Die Spannweite ist die Differenz zwischen dem größten und dem kleinsten Wert einer Verteilung. Diese ist einfach zu berechnen, hängt aber nur von zwei Extremwerten ab und ist daher anfällig für Ausreißer. Mehr dazu →
Split-Half-Reliabilität (Testhalbierung)
Bei der Split-Half-Reliabilität wird ein Test in zwei Hälften geteilt und die Korrelation der Halbtestwerte berechnet. Mit der Spearman-Brown-Formel wird daraus die Reliabilität des ganzen Tests geschätzt. Mehr dazu →
Sprechstunde
Die Sprechstunde ist die feste Zeit, in der Dozenten für Fragen zur Verfügung stehen, etwa zu Hausarbeitsthemen, Prüfungen oder Abschlussarbeiten. Eine gute Vorbereitung mit konkreten Fragen macht sie deutlich ergiebiger.
SPSS
SPSS (IBM SPSS Statistics) ist ein kommerzielles Statistikprogramm, das über Menüs und optional über Syntax bedient wird. Es ist in Psychologie, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an vielen Hochschulen Standard, oft über Campuslizenzen. Mehr dazu →
SQ3R-Methode
Die SQ3R-Methode ist eine Lesetechnik in fünf Schritten: Survey (Überblick), Question (Fragen stellen), Read (lesen), Recite (wiedergeben) und Review (wiederholen). Diese macht aus passivem Lesen aktives Erarbeiten. Mehr dazu →
Standardabweichung
Die Standardabweichung ist die Wurzel aus der Varianz und gibt an, wie stark die Werte im Mittel um den Mittelwert streuen, in der Einheit der Daten. Bei Normalverteilung liegen rund 68 Prozent der Werte innerhalb einer Standardabweichung um den Mittelwert. Mehr dazu →
Standardfehler
Der Standardfehler ist die Standardabweichung einer Stichprobenkennwerteverteilung, meist des Mittelwerts. Er gibt an, wie genau ein Stichprobenmittelwert den wahren Wert schätzt, und sinkt mit wachsender Stichprobengröße. Mehr dazu →
Standardnormalverteilung
Die Standardnormalverteilung ist eine Normalverteilung mit Mittelwert 0 und Standardabweichung 1. Jede Normalverteilung lässt sich durch z-Transformation in sie überführen. Mehr dazu →
Ständiger Vergleich (Constant Comparison)
Der ständige Vergleich ist das Grundprinzip der Grounded Theory: Neue Daten, Codes und Fälle werden fortlaufend mit bereits analysiertem Material verglichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. Mehr dazu →
Stata
Stata ist ein kommerzielles Statistikprogramm mit Befehlen und Menüs, verbreitet in Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Epidemiologie, besonders für Regressions- und Panelanalysen. Mehr dazu →
Statistische Signifikanz
Statistisch signifikant ist ein Ergebnis, wenn sein p-Wert kleiner als das festgelegte Signifikanzniveau ist, ein zufälliges Zustandekommen also als unwahrscheinlich gilt. Signifikant heißt nicht automatisch praktisch bedeutsam. Mehr dazu →
Stichprobe
Eine Stichprobe ist die Teilmenge der Grundgesamtheit, die tatsächlich untersucht wird. Aus ihren Ergebnissen schließt man, je nach Auswahlverfahren mehr oder weniger sicher, auf die Grundgesamtheit. Mehr dazu →
Stichprobengröße
Die Stichprobengröße (n) ist die Anzahl der untersuchten Fälle. In quantitativen Studien wird sie vorab per Poweranalyse aus erwarteter Effektstärke, Signifikanzniveau und gewünschter Teststärke berechnet. Mehr dazu →
Störvariable (Confounder)
Eine Störvariable ist ein Merkmal, das sowohl mit der unabhängigen als auch mit der abhängigen Variable zusammenhängt und so einen Effekt vortäuschen oder verdecken kann. Randomisierung und Kontrolle helfen, ihren Einfluss auszuschalten.
Streudiagramm (Scatterplot)
Ein Streudiagramm stellt den Zusammenhang zweier metrischer Variablen als Punktwolke dar, wobei jeder Punkt einen Fall zeigt. Es macht Richtung, Form und Ausreißer eines Zusammenhangs sichtbar. Mehr dazu →
Streuungsmaß
Ein Streuungsmaß beschreibt, wie weit die Werte einer Verteilung auseinanderliegen. Wichtige Streuungsmaße sind Spannweite, Interquartilsabstand, Varianz und Standardabweichung. Mehr dazu →
Strukturierende Inhaltsanalyse
Die strukturierende Inhaltsanalyse filtert mithilfe eines vorab definierten Kategoriensystems bestimmte Aspekte aus dem Material heraus. Diese ist die in Abschlussarbeiten häufigste Form der qualitativen Inhaltsanalyse. Mehr dazu →
Studiengebühren
Studiengebühren sind Gebühren für das Studium selbst, über den Semesterbeitrag hinaus. An staatlichen Hochschulen in Deutschland gibt es sie für das Erststudium kaum noch, wohl aber teils für Langzeitstudium, Zweitstudium oder für Studenten aus Nicht-EU-Staaten.
Studienleistung
Eine Studienleistung ist eine meist unbenotete Leistung, die erbracht werden muss, um zu einer Prüfung zugelassen zu werden oder ein Modul abzuschließen, etwa regelmäßige Übungsblätter oder ein Kurzreferat.
Studienordnung
Die Studienordnung regelt Inhalt und Aufbau eines Studiengangs, etwa Module, empfohlenen Studienverlauf und Praxisphasen. Häufig ist sie mit der Prüfungsordnung zu einer Studien- und Prüfungsordnung zusammengefasst.
Studienverlaufsplan
Ein Studienverlaufsplan zeigt, welche Module in welchem Semester empfohlen werden, damit das Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen werden kann. Er ist meist Teil der Studienordnung, aber nur eine Empfehlung.
Systematische Literaturübersicht (Systematic Review)
Eine systematische Literaturübersicht fasst den Forschungsstand zu einer klar definierten Frage nach einem vorab festgelegten, nachvollziehbaren Verfahren zusammen. Suchstrategie, Ein- und Ausschlusskriterien und Auswahlschritte werden offengelegt. Mehr dazu →

T

t-Test
Der t-Test ist ein Signifikanztest für den Vergleich von Mittelwerten: einer Stichprobe mit einem Sollwert, zweier unabhängiger Gruppen oder zweier Messzeitpunkte (abhängige Stichproben). Er setzt metrische, annähernd normalverteilte Daten voraus. Mehr dazu →
t-Test für abhängige Stichproben (gepaarter t-Test)
Der t-Test für abhängige Stichproben vergleicht zwei Messungen derselben Personen, etwa vor und nach einem Lerntraining. Er prüft, ob der Mittelwert der Differenzen von null abweicht. Mehr dazu →
t-Test für unabhängige Stichproben
Der t-Test für unabhängige Stichproben vergleicht die Mittelwerte zweier voneinander unabhängiger Gruppen, etwa Bachelor- und Masterstudenten. Bei ungleichen Varianzen nutzt man die Welch-Korrektur. Mehr dazu →
Taguette
Taguette ist ein kostenloses, quelloffenes Werkzeug zum Codieren von Textdokumenten, das lokal oder im Browser läuft. Es beschränkt sich auf das Nötigste: Dokumente laden, Stellen markieren, Tags vergeben, exportieren. Mehr dazu →
Täuschungsversuch
Ein Täuschungsversuch ist der Versuch, das Prüfungsergebnis durch unerlaubte Hilfsmittel oder fremde Hilfe zu beeinflussen. Die Prüfung wird dann meist mit „nicht ausreichend“ (5,0) bewertet, in schweren Fällen droht die Exmatrikulation.
Tertiärliteratur
Tertiärliteratur fasst Primär- und Sekundärliteratur zum schnellen Nachschlagen zusammen, etwa Lexika, Handbücher und Enzyklopädien. Diese eignet sich zum Einstieg, in der Regel aber nicht als zentrale Quelle einer Arbeit.
Testing Effect (Abrufübung)
Der Testing Effect besagt, dass aktives Abrufen von Wissen, etwa durch Selbsttests oder Karteikarten, das Behalten stärker fördert als erneutes Lesen. Jeder erfolgreiche Abruf festigt die Erinnerung. Mehr dazu →
Teststärke (Power)
Die Teststärke ist die Wahrscheinlichkeit, einen tatsächlich vorhandenen Effekt mit einem Test auch zu entdecken, also 1 − β. Üblich ist eine Power von mindestens 80 Prozent. Diese hängt von Stichprobengröße, Effektstärke und Signifikanzniveau ab. Mehr dazu →
Thema (thematische Analyse)
Ein Thema ist in der thematischen Analyse ein bedeutungstragendes Muster, das sich über mehrere Datenstellen hinweg zeigt und für die Forschungsfrage relevant ist. Es ist abstrakter als ein einzelner Code. Mehr dazu →
Thematische Analyse
Die thematische Analyse nach Braun und Clarke ist ein flexibles qualitatives Verfahren, um Muster (Themen) in Daten zu erkennen. Diese verläuft in sechs Phasen: vertraut machen, codieren, Themen suchen, prüfen, benennen und berichten. Mehr dazu →
Themenmatrix
Eine Themenmatrix ist eine Tabelle, in der die Fälle als Zeilen und die Kategorien als Spalten stehen. Die Zellen enthalten die codierten Textstellen oder ihre Zusammenfassung und ermöglichen fall- und kategorienbezogene Auswertungen. Mehr dazu →
Theoretische Sättigung
Theoretische Sättigung ist erreicht, wenn weitere Fälle oder Interviews keine neuen relevanten Erkenntnisse oder Kategorien mehr liefern. Diese gilt in der qualitativen Forschung als Kriterium, die Datenerhebung zu beenden. Mehr dazu →
Theoretischer Rahmen
Der theoretische Rahmen ist das Kapitel, in dem die Theorien, Modelle und Begriffe dargestellt werden, auf die sich eine Arbeit stützt. Er begründet die Fragestellung und liefert die Grundlage für Hypothesen oder Kategorien.
Theoretisches Sampling
Theoretisches Sampling ist ein Auswahlverfahren der Grounded Theory, bei dem die nächsten Fälle auf Grundlage der bisherigen Analyse gezielt so gewählt werden, dass sie die entstehende Theorie weiterentwickeln oder prüfen. Mehr dazu →
Theorie
Eine Theorie ist ein System widerspruchsfreier, prüfbarer Aussagen, das Zusammenhänge in einem Gegenstandsbereich erklärt und Vorhersagen erlaubt. In empirischen Arbeiten leitet man aus Theorien Hypothesen ab.
Transcript of Records
Das Transcript of Records ist eine offizielle Leistungsübersicht mit allen absolvierten Modulen, Noten und ECTS-Punkten. Es wird für Bewerbungen, Hochschulwechsel und Auslandsaufenthalte benötigt.
Transkription
Transkription ist die Verschriftlichung von Audio- oder Videoaufnahmen, etwa von Interviews, nach festgelegten Regeln. Je nach Ziel wird einfach (geglättet) oder detailliert mit Pausen, Betonungen und Füllwörtern transkribiert. Mehr dazu →
Transkriptionsregeln
Transkriptionsregeln legen fest, wie gesprochene Sprache verschriftlicht wird, etwa Umgang mit Dialekt, Pausen, Lachen oder unverständlichen Stellen. Diese werden in der Arbeit offengelegt, damit das Transkript nachvollziehbar ist. Mehr dazu →
Trendstudie
Eine Trendstudie erhebt zu mehreren Zeitpunkten dieselben Merkmale, aber jeweils bei neuen Stichproben. Diese zeigt Veränderungen auf Ebene der Gesamtheit, nicht auf Ebene einzelner Personen.
Trennschärfe
Die Trennschärfe eines Items ist seine Korrelation mit dem Gesamtwert der übrigen Items einer Skala. Diese zeigt, wie gut das Item zwischen Personen mit hoher und niedriger Ausprägung unterscheidet. Werte unter 0,3 gelten als kritisch. Mehr dazu →
Triangulation
Triangulation ist die Betrachtung eines Forschungsgegenstands aus mehreren Perspektiven, etwa durch verschiedene Methoden, Datenquellen, Forscher oder Theorien. Diese erhöht die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse. Mehr dazu →
Turnitin
Turnitin ist eine verbreitete Plagiatssoftware, die eingereichte Arbeiten mit Webseiten, Publikationen und früheren Arbeiten vergleicht und einen Ähnlichkeitsbericht erstellt. Zum selben Anbieter gehören Ouriginal und iThenticate. Mehr dazu →
Tutorium
Ein Tutorium ist eine begleitende Lehrveranstaltung in kleiner Gruppe, die meist von fortgeschrittenen Studenten geleitet wird. Es dient der Wiederholung, dem Üben und dem Klären von Fragen zum Vorlesungsstoff.
Typenbildung
Typenbildung ist ein Verfahren, bei dem Fälle anhand ähnlicher Merkmalskombinationen zu Gruppen (Typen) zusammengefasst werden, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Beispiel: „die Planer“, „die Last-Minute-Lerner“ und „die Pragmatiker“. Mehr dazu →

U

Umpolen (Rekodieren)
Umpolen bedeutet, die Werte negativ formulierter Items umzukehren, damit hohe Werte bei allen Items dieselbe Richtung haben. Bei einer fünfstufigen Skala wird aus 1 eine 5, aus 2 eine 4 und so weiter. Mehr dazu →
Unabhängige Variable
Die unabhängige Variable ist das Merkmal, dessen Einfluss untersucht wird und das im Experiment gezielt variiert wird. Beispiel: die Lernmethode, deren Wirkung auf die Klausurnote (abhängige Variable) geprüft wird. Mehr dazu →
Unterkategorie (Subkategorie)
Eine Unterkategorie ist eine spezifischere Kategorie, die eine Hauptkategorie ausdifferenziert. Unterkategorien derselben Hauptkategorie sollten sich gegenseitig ausschließen und das Thema möglichst vollständig abdecken. Mehr dazu →
Urlaubssemester
Ein Urlaubssemester ist ein Semester, in dem man eingeschrieben bleibt, aber vom Studium beurlaubt ist, etwa wegen Krankheit, Auslandsaufenthalt oder Pflege. Es zählt in der Regel nicht als Fachsemester. Ob Prüfungen erlaubt sind, regelt die Hochschule.

V

Validität (Gültigkeit)
Validität ist das Gütekriterium, das angibt, ob ein Verfahren tatsächlich das misst, was es messen soll. Ein Mathetest mit sehr langen Textaufgaben misst zum Beispiel teilweise Lesekompetenz und ist damit eingeschränkt valide. Mehr dazu →
Variable
Eine Variable ist ein Merkmal, das bei verschiedenen Untersuchungseinheiten unterschiedliche Ausprägungen annehmen kann, etwa Alter, Studienfach oder Klausurnote. Im Datensatz entspricht sie einer Spalte.
Varianz
Die Varianz ist die durchschnittliche quadrierte Abweichung der Werte von ihrem Mittelwert. Für Stichproben teilt man durch n − 1. Da sie in quadrierten Einheiten vorliegt, berichtet man meist die Standardabweichung. Mehr dazu →
Varianzhomogenität
Varianzhomogenität bedeutet, dass die Streuung der abhängigen Variable in allen verglichenen Gruppen etwa gleich groß ist. Diese ist eine Voraussetzung des klassischen t-Tests und der Varianzanalyse. Mehr dazu →
Variationskoeffizient
Der Variationskoeffizient ist die Standardabweichung geteilt durch den Mittelwert, oft in Prozent angegeben. Er erlaubt den Vergleich der Streuung von Merkmalen mit unterschiedlichen Einheiten oder Größenordnungen. Mehr dazu →
Vergessenskurve
Die Vergessenskurve nach Hermann Ebbinghaus beschreibt, dass gelerntes Wissen ohne Wiederholung zunächst schnell und dann langsamer vergessen wird. Jede Wiederholung flacht die Kurve ab, darauf beruht Spaced Repetition. Mehr dazu →
Verhältnisskala (Ratioskala)
Eine Verhältnisskala hat gleiche Abstände und einen natürlichen Nullpunkt, etwa Alter, Einkommen oder Lernzeit in Minuten. Hier sind auch Verhältnisaussagen wie „doppelt so lange“ sinnvoll. Mehr dazu →
vgl. (vergleiche)
Die Abkürzung „vgl.“ (vergleiche) leitet in der deutschen Zitierweise den Beleg eines indirekten Zitats ein, etwa (vgl. Schmidt, 2020, S. 5). In APA 7 entfällt sie.
Vollbeleg
Ein Vollbeleg ist die vollständige bibliografische Angabe einer Quelle mit Autor, Jahr, Titel, Verlag oder Zeitschrift und Seitenzahlen. Er steht im Literaturverzeichnis oder bei der ersten Nennung in der Fußnote. Mehr dazu →
Vorlesung
Eine Vorlesung ist eine Lehrveranstaltung, in der ein Dozent Stoff überwiegend vorträgt, oft vor großem Publikum. Die aktive Vertiefung erfolgt meist in begleitenden Übungen, Tutorien oder im Selbststudium.
Vorlesungsfreie Zeit (Semesterferien)
Die vorlesungsfreie Zeit ist der Teil des Semesters ohne regulären Lehrbetrieb. Diese ist keine Ferienzeit im engeren Sinn, sondern wird oft für Prüfungen, Hausarbeiten, Praktika und Prüfungsvorbereitung genutzt.

W

Wahlpflichtmodul
Ein Wahlpflichtmodul wird aus einem vom Studiengang vorgegebenen Katalog ausgewählt. Man muss eine bestimmte Zahl solcher Module belegen, kann aber nach Interesse oder Schwerpunkt wählen.
Welch-Test
Der Welch-Test ist eine Variante des t-Tests für unabhängige Stichproben, die keine gleichen Varianzen in beiden Gruppen voraussetzt. Viele Statistiker empfehlen ihn als Standard. Mehr dazu →
Widerspruch (Prüfungsrecht)
Ein Widerspruch ist ein förmlicher Rechtsbehelf gegen eine Prüfungsentscheidung, etwa eine Note. Er muss fristgerecht, meist innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe, schriftlich beim Prüfungsausschuss eingelegt und begründet werden.
Wiederholungsprüfung
Eine Wiederholungsprüfung ist ein erneuter Versuch nach einer nicht bestandenen Prüfung. Die Prüfungsordnung legt fest, wie viele Versuche es gibt. Wer den letzten Versuch nicht besteht, verliert meist den Prüfungsanspruch im Studiengang.
Wilcoxon-Test (Vorzeichen-Rang-Test)
Der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test ist ein nichtparametrischer Test für zwei abhängige Messungen, etwa vorher und nachher bei denselben Personen. Er ist die Alternative zum gepaarten t-Test. Mehr dazu →
Wissenschaftliches Fehlverhalten
Wissenschaftliches Fehlverhalten umfasst vorsätzliche oder grob fahrlässige Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis, vor allem Erfinden und Verfälschen von Daten sowie Plagiate. Hochschulen ahnden es mit Prüfungs- oder Disziplinarmaßnahmen.
Within-Subject-Design (Messwiederholung)
Beim Within-Subject-Design durchlaufen dieselben Personen alle Bedingungen einer Untersuchung. Das spart Versuchspersonen und kontrolliert individuelle Unterschiede, birgt aber Reihenfolge- und Übungseffekte.
Workload (Arbeitsaufwand)
Workload ist der gesamte Zeitaufwand, den ein Modul erfordert, also Präsenzzeit plus Vor- und Nachbereitung, Selbststudium und Prüfungsvorbereitung. Ein Modul mit 5 ECTS entspricht etwa 125 bis 150 Stunden.

Z

z-Wert (z-Transformation)
Der z-Wert gibt an, wie viele Standardabweichungen ein Wert vom Mittelwert entfernt liegt: z = (x − Mittelwert) / Standardabweichung. Ein z-Wert von 2 bedeutet, dass ein Ergebnis zwei Standardabweichungen über dem Durchschnitt liegt. Mehr dazu →
Zeitschriftenartikel (Journal-Artikel)
Ein Zeitschriftenartikel ist ein in einer Fachzeitschrift veröffentlichter Beitrag, oft nach Peer Review. Im Literaturverzeichnis stehen Autor, Jahr, Titel, Zeitschrift, Jahrgang, Heft, Seiten und, falls vorhanden, der DOI. Mehr dazu →
Zentraler Grenzwertsatz
Der zentrale Grenzwertsatz besagt, dass die Verteilung von Stichprobenmittelwerten bei ausreichend großen Stichproben annähernd normal ist, auch wenn die Daten selbst nicht normalverteilt sind. Als Faustregel gilt n ab etwa 30. Mehr dazu →
Zitat
Ein Zitat ist die belegte Übernahme fremder Gedanken oder Formulierungen in den eigenen Text. Man unterscheidet das wörtliche (direkte) Zitat in Anführungszeichen vom sinngemäßen (indirekten) Zitat in eigenen Worten. Mehr dazu →
Zotero
Zotero ist ein kostenloses, quelloffenes Literaturverwaltungsprogramm für Windows, macOS und Linux. Quellen übernimmst Du per Browser-Connector, Belege fügst Du in Word, LibreOffice oder Google Docs ein. Mehr dazu →
Zufallsstichprobe
Eine Zufallsstichprobe ist eine Stichprobe, bei der jedes Element der Grundgesamtheit eine bekannte, von null verschiedene Chance hat, ausgewählt zu werden. Nur sie erlaubt statistisch abgesicherte Schlüsse auf die Grundgesamtheit. Mehr dazu →
Zusammenfassende Inhaltsanalyse
Die zusammenfassende Inhaltsanalyse reduziert das Material über Paraphrasierung, Generalisierung und Reduktion so, dass die wesentlichen Inhalte erhalten bleiben und ein überschaubares Abbild entsteht. Diese ist eine Grundform nach Mayring. Mehr dazu →
Zweiseitiger Test
Ein zweiseitiger Test prüft eine ungerichtete Hypothese und berücksichtigt Abweichungen in beide Richtungen. Er ist der Standard, wenn die Richtung eines Effekts vorab nicht sicher begründet werden kann. Mehr dazu →
Zweitgutachter
Der Zweitgutachter bewertet eine Abschlussarbeit unabhängig vom Erstgutachter. Die Gesamtnote ergibt sich meist aus dem Mittel beider Gutachten. Bei großer Abweichung sieht die Prüfungsordnung oft ein Drittgutachten vor.