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Statistische Ergebnisse nach APA 7 berichten: Formate und Beispiele

Fachlich verantwortet von Prof. Dr. Alexander Holtermann · Stand 16.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Nach APA 7 nennst Du Teststatistik mit Freiheitsgraden, exakten p-Wert und Effektstärke, etwa t(14) = 3,42, p = ,004, d = 1,71. Statistiksymbole kursiv.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein vollständiges Ergebnis enthält: deskriptive Werte, Teststatistik mit Freiheitsgraden, exakten p-Wert und eine Effektstärke, möglichst mit Konfidenzintervall.
  • Statistische Symbole wie t, F, p, r, M, SD und d setzt Du kursiv. Griechische Buchstaben wie χ², η² und α bleiben aufrecht.
  • Kennwerte, die nicht größer als 1 werden können (p, r, α, η², V), stehen ohne führende Null: p = ,004 statt p = 0,004.
  • Runde Teststatistiken, Mittelwerte und Effektstärken auf zwei, p-Werte auf zwei oder drei Nachkommastellen. Sehr kleine p-Werte schreibst Du als p < ,001.
  • In deutschsprachigen Arbeiten ist das Dezimalkomma üblich; folge der Vorgabe Deines Instituts und bleib einheitlich.

Grundregeln nach APA 7

Das Publication Manual der American Psychological Association (7. Auflage, 2020) ist in Psychologie, Pädagogik, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der verbreitetste Standard für Statistikberichte. Ziel ist, dass Leser jedes Ergebnis vollständig nachvollziehen können.

  • Kursiv: Symbole aus lateinischen Buchstaben, z. B. *t*, *F*, *p*, *r*, *M*, *SD*, *N*, *n*, *d*, *U*, *z*
  • Nicht kursiv: griechische Buchstaben (χ², η², α, β) und Abkürzungen wie KI oder df in Tabellenköpfen
  • Leerzeichen um Gleichheitszeichen und Rechenzeichen: p = ,004, nicht p=,004
  • Keine führende Null bei Werten, die nicht größer als 1 werden können: p, r, α, η², Cramérs V
  • Führende Null bei Werten, die größer als 1 werden können: d = 0,45, M = 0,80
  • Exakte p-Werte statt „p < ,05“; nur unter ,001 schreibst Du p < ,001

Formate für die wichtigsten Tests

Die Tabelle zeigt das Grundmuster je Verfahren mit Werten aus den Beispielen dieses Wissensbereichs. In Klammern stehen die Freiheitsgrade, beim Chi-Quadrat-Test zusätzlich die Stichprobengröße.

VerfahrenFormatBeispiel
t-Test (Welch)t(df) = …, p = …, d = …t(13,46) = 3,42, p = ,004, d = 1,71
gepaarter t-Testt(df) = …, p = …, dz = …t(5) = 5,86, p = ,002, dz = 2,39
ANOVAF(df₁, df₂) = …, p = …, η² = …F(2, 12) = 18,00, p < ,001, η² = ,75
Chi-Quadrat-Testχ²(df, N = …) = …, p = …, V = …χ²(1, N = 100) = 9,09, p = ,003, V = ,30
Pearson-Korrelationr(df) = …, p = …r(6) = ,82, p = ,012
Spearman-Korrelationrₛ(df) = …, p = …rₛ(6) = ,88, p = ,004
Mann-Whitney-U-TestU = …, z = …, p = …, r = …U = 5,0, z = −2,08, p = ,037, r = ,60
Regression (Koeffizient)b = …, SE = …, t(df) = …, p = …b = 0,99, SE = 0,28, t(6) = 3,55, p = ,012
Cronbachs Alphaα = …α = ,87

Dezimalstellen und Rundung

Das APA-Manual empfiehlt, so wenige Dezimalstellen wie nötig und so viele wie sinnvoll zu verwenden. Für die Praxis gelten diese Regeln:

KennwertNachkommastellenBeispiel
Mittelwert, Standardabweichung2 (bei ganzzahligen Skalen oft 1 ausreichend)M = 16,50, SD = 1,60
Teststatistik (t, F, χ², z, U)2t = 3,42
Freiheitsgradeganzzahlig, beim Welch-Test 2df = 14 bzw. 13,46
p-Wert2 oder 3, unter ,001 als Grenzep = ,004; p < ,001
Korrelation, Effektstärken2r = ,82, d = 1,71
Prozentangaben0 oder 160 % bzw. 62,5 %

Deutsch: Komma oder Punkt?

Das englische Original nutzt den Dezimalpunkt (p = .004). In deutschsprachigen Arbeiten ist das Dezimalkomma verbreitet und von vielen Instituten vorgeschrieben. Dann wird aus „.004“ entsprechend „,004“. Weil das Komma gleichzeitig Werte trennt, setzen manche Lehrstühle zwischen die Kennwerte Semikolons; bei Konfidenzintervallen ist das Semikolon fast Standard: 95-%-KI [0,92; 4,08].

Entscheidend ist nicht die eine richtige Form, sondern Einheitlichkeit: Wähle zu Beginn eine Variante, prüfe die Vorgaben Deines Instituts und halte sie in Text, Tabellen und Abbildungen durch. Unsere Rechner geben die deutsche Variante mit Komma aus, auf Englisch die mit Punkt.

Vom Ergebnis zum Satz: Musterformulierungen

Ein guter Ergebnissatz nennt zuerst die inhaltliche Aussage und hängt die Statistik an. Leser sollen den Satz auch verstehen, wenn sie die Zahlen überspringen. Deutung und Bewertung gehören in die Diskussion, nicht in den Ergebnisteil.

  • t-Test: „Studenten mit Lernplan (M = 16,50, SD = 1,60) erreichten mehr Punkte als Studenten ohne Lernplan (M = 14,00, SD = 1,31), t(13,46) = 3,42, p = ,004, d = 1,71.“
  • ANOVA: „Die Lernmethode wirkte sich signifikant auf die Punktzahl aus, F(2, 12) = 18,00, p < ,001, η² = ,75.“
  • Chi-Quadrat: „Psychologie-Studenten gingen häufiger einem Nebenjob nach (60 %) als BWL-Studenten (30 %), χ²(1, N = 100) = 9,09, p = ,003, V = ,30.“
  • Korrelation: „Lernzeit und Punktzahl hingen stark positiv zusammen, r(6) = ,82, p = ,012.“
  • Nicht signifikant: „Das Vorwissen trug nicht signifikant zur Vorhersage bei, b = 1,01, SE = 0,83, t(5) = 1,23, p = ,274.“

Tabellen und Abbildungen

Viele Kennwerte gehören in eine Tabelle, nicht in den Fließtext. Als Faustregel gilt: Ab etwa drei bis vier Vergleichen ist eine Tabelle übersichtlicher. Nach APA 7 hat jede Tabelle eine fett gedruckte Nummer („Tabelle 1“), darunter einen kursiven Titel, und nur horizontale Linien. Anmerkungen zu Abkürzungen und Signifikanzniveaus stehen unter der Tabelle.

Wiederhole die Tabellenwerte nicht vollständig im Text. Verweise auf die Tabelle und hebe nur die wichtigsten Befunde hervor. Bei Abbildungen gilt dasselbe: Achsen beschriften, Einheit angeben, Fehlerbalken erklären (SD, Standardfehler oder Konfidenzintervall).

Checkliste vor der Abgabe

Geh Deinen Ergebnisteil mit dieser Liste durch. Die Liste deckt die häufigsten Anmerkungen von Gutachtern ab.

  • Zu jedem Test: Teststatistik, Freiheitsgrade, exakter p-Wert, Effektstärke
  • Deskriptive Werte (M, SD oder Mdn) für jede Gruppe vor dem Test genannt
  • Symbole kursiv, griechische Buchstaben aufrecht, Leerzeichen um das Gleichheitszeichen
  • Keine führende Null bei p, r, α, η², V; kein „p = ,000“
  • Einheitliche Dezimaltrennung und Rundung in Text und Tabellen
  • Voraussetzungsprüfungen und gegebenenfalls Korrekturen (Welch, Bonferroni) erwähnt
  • Nicht signifikante Ergebnisse genauso vollständig berichtet wie signifikante

Häufige Fragen

Wie schreibe ich einen p-Wert nach APA?

Kursiv, mit Leerzeichen, ohne führende Null und exakt auf zwei oder drei Stellen: p = ,004. Werte unter ,001 schreibst Du als p < ,001.

Wie berichte ich einen t-Test nach APA?

Mittelwerte und Standardabweichungen beider Gruppen, dann t(df) = Wert, p = Wert, d = Wert, zum Beispiel t(13,46) = 3,42, p = ,004, d = 1,71.

Muss ich in einer deutschen Arbeit Dezimalkomma verwenden?

Das hängt von Deinem Institut ab. Das Dezimalkomma ist in deutschsprachigen Arbeiten verbreitet, manche Fächer übernehmen den Punkt aus dem englischen Original. Wichtig ist Einheitlichkeit.

Warum steht bei p und r keine Null vor dem Komma?

Weil diese Werte nicht größer als 1 werden können. Nach APA entfällt die führende Null bei solchen Kennwerten; bei Mittelwerten oder Cohens d bleibt sie stehen.

Wie berichte ich ein nicht signifikantes Ergebnis?

Genauso vollständig wie ein signifikantes: Teststatistik, Freiheitsgrade, exakter p-Wert, Effektstärke. Formuliere „kein signifikanter Unterschied“ statt „kein Unterschied“.

Quellen und weiterführende Literatur

  • American Psychological Association. (2020). Publication Manual of the American Psychological Association (7. Aufl.). APA.
  • Eid, M., Gollwitzer, M., & Schmitt, M. (2017). Statistik und Forschungsmethoden (5. Aufl.). Beltz.

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